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100 Jahre Schweigen. Deutsches Giftgas in Marokko

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Es war weltweit der erste Giftgasangriff aus der Luft. 10 000 Behälter Giftgas "Made in Germany" wurden innerhalb von drei Jahren über dem Rif-Gebiet im Norden Marokkos abgeworfen. Spanien und Frankreich führten in den 1920er Jahren Krieg gegen die Bevölkerung des Rif. Das Giftgas "Lost" wurde von dem deutschen Chemiker Hugo Stoltzenberg entwickelt und in Marokko und Spanien hergestellt, obwohl die Entwicklung von Giftgas mit dem Versailler Vertrag verboten war. Noch 100 Jahre später bleibt dieser Kolonialkrieg mit deutscher Beteiligung weitgehend unaufgearbeitet, sowohl in Marokko als auch in Deutschland, in Spanien und Frankreich. Es fehlen Opferzahlen, Studien, offizielle Statistiken. Klar ist: Tausende verloren während der Angriffe ihr Leben, gesundheitliche Schäden trugen noch viel mehr Menschen davon; bis heute liegt die Krebsrate in dieser Region 60 % höher als im Rest Marokkos. Das Rif im Norden Marokkos ist ein vernachlässigtes Gebiet. Die Infrastruktur ist weit schlechter als in anderen Teilen Marokkos, es mangelt an Krankenhäusern, Schulen und Perspektiven. Immer wieder gab es darum Proteste, wie zuletzt 2017, die immer wieder von der marokkanischen Regierung brutal niedergeschlagen wurden. Seit den 60er Jahren entwickelte sich eine starke Migrationsbewegung aus dem Rif nach Deutschland und in andere Länder Europas. Im Rhein-Main-Gebiet wie auch im Ruhrgebiet ist die marokkanische Community aus dem Rif besonders groß, und die Folgen der Giftgasangriffe, nämlich viele epigenetische Krebsfälle beschäftigen die Betroffenen in jeder Generation aufs Neue - vor Ort in Marokko und ebenso in Deutschland. 100 Jahre nach den Angriffen gehen Andrea Geißler und Christiane Kreiner in Frankfurt und ARD-Korrespondentin Dunja Sadaqi in Marokko den vielen offenen Fragen nach: Wieso ist heute so wenig über diesen Krieg bekannt? Wieso wissen so wenige Menschen über die Beteiligung Deutschlands an der Produktion und Lieferung des Giftgases in diesem Krieg? Wie gehen in Deutschland lebende Nachkommen aus dem Rif mit dieser Geschichte um? Und wie verhält sich die Bundesregierung zur Aufarbeitung dieser historischen, völkerrechtswidrigen Verbrechen? Es äußern sich u.a. die Frankfurter Imazigh-Influencerin Amal El Ommali, Journalist (und zugleich Betroffener) Mohamed Amjahid, Historiker Sebastian Balfour und Völkerrechtsexperte Prof. Thilo Marauhn sowie Betroffene aus dem Rhein-Main-Gebiet und der Rif-Region in Marokko. hr 2023
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Es war weltweit der erste Giftgasangriff aus der Luft. 10 000 Behälter Giftgas "Made in Germany" wurden innerhalb von drei Jahren über dem Rif-Gebiet im Norden Marokkos abgeworfen. Spanien und Frankreich führten in den 1920er Jahren Krieg gegen die Bevölkerung des Rif. Das Giftgas "Lost" wurde von dem deutschen Chemiker Hugo Stoltzenberg entwickelt und in Marokko und Spanien hergestellt, obwohl die Entwicklung von Giftgas mit dem Versailler Vertrag verboten war. Noch 100 Jahre später bleibt dieser Kolonialkrieg mit deutscher Beteiligung weitgehend unaufgearbeitet, sowohl in Marokko als auch in Deutschland, in Spanien und Frankreich. Es fehlen Opferzahlen, Studien, offizielle Statistiken. Klar ist: Tausende verloren während der Angriffe ihr Leben, gesundheitliche Schäden trugen noch viel mehr Menschen davon; bis heute liegt die Krebsrate in dieser Region 60 % höher als im Rest Marokkos. Das Rif im Norden Marokkos ist ein vernachlässigtes Gebiet. Die Infrastruktur ist weit schlechter als in anderen Teilen Marokkos, es mangelt an Krankenhäusern, Schulen und Perspektiven. Immer wieder gab es darum Proteste, wie zuletzt 2017, die immer wieder von der marokkanischen Regierung brutal niedergeschlagen wurden. Seit den 60er Jahren entwickelte sich eine starke Migrationsbewegung aus dem Rif nach Deutschland und in andere Länder Europas. Im Rhein-Main-Gebiet wie auch im Ruhrgebiet ist die marokkanische Community aus dem Rif besonders groß, und die Folgen der Giftgasangriffe, nämlich viele epigenetische Krebsfälle beschäftigen die Betroffenen in jeder Generation aufs Neue - vor Ort in Marokko und ebenso in Deutschland. 100 Jahre nach den Angriffen gehen Andrea Geißler und Christiane Kreiner in Frankfurt und ARD-Korrespondentin Dunja Sadaqi in Marokko den vielen offenen Fragen nach: Wieso ist heute so wenig über diesen Krieg bekannt? Wieso wissen so wenige Menschen über die Beteiligung Deutschlands an der Produktion und Lieferung des Giftgases in diesem Krieg? Wie gehen in Deutschland lebende Nachkommen aus dem Rif mit dieser Geschichte um? Und wie verhält sich die Bundesregierung zur Aufarbeitung dieser historischen, völkerrechtswidrigen Verbrechen? Es äußern sich u.a. die Frankfurter Imazigh-Influencerin Amal El Ommali, Journalist (und zugleich Betroffener) Mohamed Amjahid, Historiker Sebastian Balfour und Völkerrechtsexperte Prof. Thilo Marauhn sowie Betroffene aus dem Rhein-Main-Gebiet und der Rif-Region in Marokko. hr 2023
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