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Verstehendes Genießen, genießendes Verstehen

1:21:48
 
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Manage episode 294146852 series 2300443
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... warum Kontext nix kaputt macht

Ein instagram-Projekt soll die Widerstandskämpferin "Sophie Scholl" einer jungen Generation nahbar machen. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und historischen Fakten. Auf Kontext und Hintergründe wurde in den ersten drei Wochen nahezu verzichtet. Er würde die Fiktion stören. Eine durchaus problematische Haltung.

Es ist so eine Sache mit dem historischen Reenactment. Auf der einen Seite steckt dahinter der Wunsch, Geschichte erlebbar zu machen. So "echt" und "authentisch" wie möglich zu erzählen. Auf der anderen Seite können wir das natürlich nur fragmentarisch. Denn niemand von uns wird einen umfassenden Eindruck aus dieser Zeit haben können. Und so ist es auch beim instagram-Account "Ich bin Sophie Scholl". Es sei ein Experiment, so die Aussage der Redaktion. Pionierarbeit. Was die Größe und die Dauer des Projektes angeht stimmt das. Auch den Versuch, eine historische Person so in unsere Zeit zu holen, dass man mit ihr in den Kommentaren auch interagieren kann, hat noch niemand unternommen. Aber es gibt natürlich eine Basis, auf die zurückgegriffen werden kann. So gibt es jede Menge Diskussionen um das wie, ob, wann und mit welchen Kontexten historisches Reenactment überhaupt stattfinden kann und sollte.

Rita und Nora schauen sich in dieser Folge einige Posts und Kommentare des Accounts an, analysieren die Referenzen und Kontexte und fragen, ob das überhaupt gelingen kann? Ist Kontext verzichtbar, wenn es darum geht, gerade eine junge Zielgruppe für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zu begeistern?

Ritas Literaturliste:

  • Gadamer, Hans-Georg: Hermeneutik I. Wahrheit und Methode. Tübingen 1990.
  • Hinz, Melanie: Reenactment. 18.07.2011, abrufbar unter https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/kulturelle-bildung/60259/reenactment (Datum des letzten Abrufs 28.05.2021)
  • Jaus, Hans Robert: Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik. Frankfurt/Main 1982.
  • Lambers, Helmut: Geschichte der Sozialen Arbeit. Wie aus Helfen Soziale Arbeit wurde. 2. Auflage. Heilbrunn 2018, S. 109-140.
  • Malthus, Thomas Robert: Das Bevölkerungsgesetz. Berlin 2021. (Im Erscheinen)
  • Ostrom, Elinor: Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter. München 2011.
  • Volkenandt Claus: Hermeneutik. In: Pfisterer U. (Hrsg.): Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Stuttgart 2001, S. 167-170. Abrufbar unter https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-476-00331-7_68.pdf (Datum des letzten Abrufs 28.05.2021)

Noras Linkliste:

  continue reading

Kapitel

1. Intro (00:00:00)

2. Thema: insta-Account "Ich bin Sophie Scholl" (00:01:29)

3. Was ist eigentlich Reinactment? (00:04:57)

4. Kongenialität - Ein Theorem aus der Hermeneutik (00:10:57)

5. Interaktion als zusätzliche Ebene (00:13:23)

6. Zitat und Kontext: Thomas Robert Malthus' Bevölkerungsgesetze (00:19:13)

7. Reenactment in den Kommentaren (00:28:04)

8. Der Ökofaschismus im Hautkrankheiten-Zitat (00:31:01)

9. Was ist Faschismus? Was ist faschistoid? (00:32:27)

10. Quellen in einer fiktionalen Erzählung (00:38:52)

11. Das Medium und seine Fragmentierung (00:44:04)

12. The medium is the message (00:46:30)

13. Die Komplexität digitaler Interaktion (00:49:15)

15. Referenzen auf NS-Pädagogik (00:55:57)

16. Link zum Blog "Geschichte der Säuglingspflege" (01:00:57)

17. Ein Plädoyer für den Kontext (01:01:54)

18. insta-Talk beim Kleine Pause Podcast (Link) (01:04:11)

20. Verstehendes Genießen, genießendes Verstehen (01:16:45)

21. Ritas Literaturliste (01:17:13)

22. So erreicht ihr uns (01:18:50)

149 Episoden

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Ein instagram-Projekt soll die Widerstandskämpferin "Sophie Scholl" einer jungen Generation nahbar machen. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und historischen Fakten. Auf Kontext und Hintergründe wurde in den ersten drei Wochen nahezu verzichtet. Er würde die Fiktion stören. Eine durchaus problematische Haltung.

Es ist so eine Sache mit dem historischen Reenactment. Auf der einen Seite steckt dahinter der Wunsch, Geschichte erlebbar zu machen. So "echt" und "authentisch" wie möglich zu erzählen. Auf der anderen Seite können wir das natürlich nur fragmentarisch. Denn niemand von uns wird einen umfassenden Eindruck aus dieser Zeit haben können. Und so ist es auch beim instagram-Account "Ich bin Sophie Scholl". Es sei ein Experiment, so die Aussage der Redaktion. Pionierarbeit. Was die Größe und die Dauer des Projektes angeht stimmt das. Auch den Versuch, eine historische Person so in unsere Zeit zu holen, dass man mit ihr in den Kommentaren auch interagieren kann, hat noch niemand unternommen. Aber es gibt natürlich eine Basis, auf die zurückgegriffen werden kann. So gibt es jede Menge Diskussionen um das wie, ob, wann und mit welchen Kontexten historisches Reenactment überhaupt stattfinden kann und sollte.

Rita und Nora schauen sich in dieser Folge einige Posts und Kommentare des Accounts an, analysieren die Referenzen und Kontexte und fragen, ob das überhaupt gelingen kann? Ist Kontext verzichtbar, wenn es darum geht, gerade eine junge Zielgruppe für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zu begeistern?

Ritas Literaturliste:

  • Gadamer, Hans-Georg: Hermeneutik I. Wahrheit und Methode. Tübingen 1990.
  • Hinz, Melanie: Reenactment. 18.07.2011, abrufbar unter https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/kulturelle-bildung/60259/reenactment (Datum des letzten Abrufs 28.05.2021)
  • Jaus, Hans Robert: Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik. Frankfurt/Main 1982.
  • Lambers, Helmut: Geschichte der Sozialen Arbeit. Wie aus Helfen Soziale Arbeit wurde. 2. Auflage. Heilbrunn 2018, S. 109-140.
  • Malthus, Thomas Robert: Das Bevölkerungsgesetz. Berlin 2021. (Im Erscheinen)
  • Ostrom, Elinor: Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter. München 2011.
  • Volkenandt Claus: Hermeneutik. In: Pfisterer U. (Hrsg.): Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Stuttgart 2001, S. 167-170. Abrufbar unter https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-476-00331-7_68.pdf (Datum des letzten Abrufs 28.05.2021)

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1. Intro (00:00:00)

2. Thema: insta-Account "Ich bin Sophie Scholl" (00:01:29)

3. Was ist eigentlich Reinactment? (00:04:57)

4. Kongenialität - Ein Theorem aus der Hermeneutik (00:10:57)

5. Interaktion als zusätzliche Ebene (00:13:23)

6. Zitat und Kontext: Thomas Robert Malthus' Bevölkerungsgesetze (00:19:13)

7. Reenactment in den Kommentaren (00:28:04)

8. Der Ökofaschismus im Hautkrankheiten-Zitat (00:31:01)

9. Was ist Faschismus? Was ist faschistoid? (00:32:27)

10. Quellen in einer fiktionalen Erzählung (00:38:52)

11. Das Medium und seine Fragmentierung (00:44:04)

12. The medium is the message (00:46:30)

13. Die Komplexität digitaler Interaktion (00:49:15)

15. Referenzen auf NS-Pädagogik (00:55:57)

16. Link zum Blog "Geschichte der Säuglingspflege" (01:00:57)

17. Ein Plädoyer für den Kontext (01:01:54)

18. insta-Talk beim Kleine Pause Podcast (Link) (01:04:11)

20. Verstehendes Genießen, genießendes Verstehen (01:16:45)

21. Ritas Literaturliste (01:17:13)

22. So erreicht ihr uns (01:18:50)

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