Andacht zum 4. Sonntag nach Trinitatis zu 1. Mose 50,15-22 - Sich versöhnen!

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Gepflasterte Gassen schlängeln sich an alten Häusern vorbei. Die Kleinstadt Herzogenaurach im Bundesland Bayern hat viele schöne Ecken.

Doch außerhalb der Stadt stehen riesige Gebäude mit großen Zufahrten und Kreisverkehren. Ständig fahren Lastwagen hin und her. Hier in Herzogenaurach sind nämlich zwei große Firmen zu Hause: die größten Hersteller für Sportartikel aus Deutschland: Adidas und Puma.

Die Geschichte der beiden Firmen begann vor fast hundert Jahren mit einem berühmten Brüder-Paar: Rudolf und Adolf Dassler. Sie begeisterten sich für Sport. In der Waschküche ihrer Eltern richteten sie sich eine kleine Werkstatt ein. Dort tüftelten sie an besonderen Sportschuhen. Für ihre Ideen gründeten die Brüder eine Fabrik und wurden zusammen erfolgreich.

Doch der große Erfolg sollte die Brüder nicht für immer binden: Es kam zum Streit. Die Dasslers teilten ihr Vermögen auf und gingen fortan getrennte Wege. Aus engen Partnern wurden Konkurrenten. Es heißt, die beiden hätten von diesem Tag an nie wieder ein Wort miteinander gewechselt. Rudolf nannte seine Firma Puma, Adolf gründete Adidas.

Jahrzehnte lang beherrschte der Streit die kleine Stadt. Auch nach dem Tod der Dassler-Brüder blieb die Trennung der beiden Firmen bestehen. Die Söhne der verstorbenen Brüder führten die Betriebe fort. Und aus dem Wettstreit zweier Brüder wurde der Wettstreit der Söhne.

Dass sich Menschen verkrachen, entzweien, das wissen wir. Wir kennen viele solcher Lebensgeschichten. Eine der gegenwärtig bekanntesten ist ja der Zwist von William und Harry vom englischen Königshaus. Oft sind es traurige Lebensgeschichten, die da erzählt werden. Auch in unseren eigenen Familien gibt es sie zu Genüge. Vielleicht gibt es auch bei uns in unserem eigenen Umkreis Menschen, mit denen wir seit Wochen, Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht mehr geredet haben - oft sind es ganz nichtige Gründe, die dazu führten. Wir sollten einmal darüber nachdenken, ob es das wirklich wert ist?

Oder ob es nicht auch andersherum möglich ist? Mit Versöhnung? Mit aufrichtigem Verzeihen? Mit dem Aufeinanderzugehen? Mit einem Neuanfang?

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