Andacht zum Sonntag Okuli - 1.Könige 19,1-8 - Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt - Superman und Burnout
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Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt - Superman und Burnout
Kennen Sie das auch? Da gibt es manchmal Tage, da weiß man schon beim Aufwachen, ehe man überhaupt aus dem Bett gekrochen ist, dass der Tag nicht zu den unbedingt besten Tagen des Lebens gehören wird. Da ist schon die eigene Stimmung von Anfang an nicht besonders positiv.
Man hat schon mit dem Aufstehen das Gefühl, alles was ich heute anfasse, geht schief. Das ist heute kein Tag, an dem ich einen Weltrekord laufe oder einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde bekomme. Am liebsten würde ich heute im Bett bleiben, mich wieder umdrehen und die Bettdecke über den Kopf ziehen.
Solche Tage oder Situationen hat sicher jeder von uns schon erlebt.
Vielleicht hat man auch einen superguten und erfolgreichen Tag gehabt. Da ist alles gelaufen, wie man sich das vorgestellt hat oder sogar noch besser. Doch dann kommt eine Nachricht, die einen umhaut, die all diese Hochstimmung zunichtemacht. Eigentlich kann einen doch nach einem erfolgreichen Tag nicht so leicht etwas umhauen, doch manchmal liegt eben das Tief ganz dicht neben dem Hoch im Leben.
Oder man stürzt wirklich in eine richtig tiefe Depression in seinem Leben. Davon weiß der Comedian Kurt Krömer in seinem Buch “Du darfst nicht alles glauben, was du denkst: Meine Depression” zu berichten. Da schreibt er: "Die Anzeichen für Depression sind absolute Schwermut und Antriebslosigkeit – du hast keine Emotionen mehr. Mir hätte einer sagen können: 'Du hast eine Million im Lotto gewonnen!' und ich hätte gedacht: 'Na scheiße, jetzt muss ich extra dahin fahren und alles abholen'".
Das ist auch beim Glauben an Gott so, da hat man eben große Dinge im Glauben erlebt: einen wunderschönen Gottesdienst, ein schönes Gemeindefest, einen Kirchentag, die Gemeinschaft mit anderen Christen oder was auch immer und ist freudig erfüllt und möchte glauben. Und dann ist Montag, dann ist Alltag, dann kommen sie wieder, die Momente der Zweifel, der Fragen und der Anfechtung. Vielleicht sogar in diesen Tagen besonders stark, wenn vor unserer Haustür in Europa Menschen Menschen sinnlos töten und viele auf der Flucht sind.
Nun stehen wir mit solchen depressiven Erfahrungen, Erfahrung des Burnout, nicht allein, sondern das erleben sogar Menschen aus der Bibel so. Einen möchte ich Ihnen heute vorstellen, denn bei ihm wird es in besonderer Weise deutlich. Sein Name war Elia. Opernfreunde kennen ihn vielleicht aus Mendelssohns Oratorium Elias.
Elia ist ein einsamer Kämpfer in seiner Zeit. Er ist ein unerbittlicher Kritiker der Missstände in seinem Land, dem Königreich Ahabs. Und Elia macht keine halben Sachen. Für Elia gibt es keinen Unterschied zwischen seiner Arbeit und seinem Leben. Einmal nimmt er es in einer gewaltigen Anstrengung mit Hunderten von Gegnern auf, die das Volk zu einer heidnischen Frömmigkeit, zur Anbetung des Götzen Baal führen wollen. Es ist ein wahrer Kampf zwischen den Priestern dieses heidnischen Götzen Baal und dem Propheten Jahwe dem Elia auf dem Berg Karmel. Und Elia siegt.
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