Cathy Hummels - welche Regeln gelten beim Influencen?

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Cathy Hummels steht im Juli vor dem Bundesgerichtshof. Es geht darum, wann Influencer*innen Werbung machen und wann nicht - und wann sie einen Post entsprechend kennzeichnen müssen. Cathy Hummels wird in verschiedenen Fällen vorgeworfen, Schleichwerbung gemacht zu haben, obwohl sie für die entsprechenden Postings kein Geld bekommen hat. Vreni Frost spricht mit ihr über Rechtssicherheit als Influencerin und darüber, welche Regeln in der Branche gelten oder gelten sollen.

Disclaimer: In der Folge ist uns an zwei Stellen ein Fehler unterlaufen. In Cathy Hummels' Vorstellung sagen wir, sie stünde im Juli vor dem Bundesverfassungsgericht. Das stimmt nicht, ihr Prozess ist am Bundesgerichtshof, der auch in Karlsruhe beheimatet ist.

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Und das ist Cathy Hummels: Cathy lebt in München, ist Influencerin und Moderatorin und mit Fußballer Mats Hummels verheiratet. Sie moderiert zum Beispiel "Kampf der Reality-Stars" auf RTL2 und hat auf Instagram knapp 600.000 Follower*innen.

Im Juli steht sie vor dem Bundesgerichtshof. Im Prozess geht es um die Frage, ob Sie als Influencerin Schleichwerbung gemacht hat. Konkret geht es um Bilder, in denen Sie Marken oder Unternehmen vertaggt, aber im Text nicht geschrieben hat, es handle sich um Werbung. Ihr Argument dabei: Sie habe kein Geld für die entsprechenden Fotos bekommen.

Bislang haben ihr dabei zwei Gerichte zugestimmt: Das Landgericht München und das Oberlandesgericht München. Das LG sagte: Aufgrund ihrer hohen Follower*innen-Zahl sei klar erkennbar, dass man auf ihrem Profil auch mit Werbung rechnen müsse. Cathy Hummels' Profil wurde dabei mit einem Frauenmagazin verglichen, in dem auch in redaktionellen Texten Marken genannt werden. Beide Gerichte sahen es als erwiesen an, dass Cathy kein Geld für die in Frage stehenden Fotos bekommen hat.

Allerdings bedeutet die Entscheidung beider Gerichte noch nicht, dass nun Rechtssicherheit für Influencer*innen herrscht: Vreni hat ihren ersten Prozess gegen den VSW vor dem Landgericht Berlin verloren, dort wurde geurteilt, dass sie Postings als Werbung kennzeichnen müsse, wenn sie ein Unternehmen tagge - egal, ob sie für das Foto Geld bekommen hat oder nicht. Genauso lautete das Urteil im Fall von Pamela Reif, die vor dem Landgericht Karlsruhe stand. In beiden Fällen führte die Berufung zu anderen Entscheidungen - die aber nur für das jeweilige Bundesland gelten.

Bei Vreni wurde entschieden, es sei von Fall zu Fall unterschiedlich, ob sie bei einem Bild das Wort "Werbung" dazuschreiben müsse - und zwar unabhängig davon, ob sie Geld für das Posting bekommen hat oder nicht. "Werbung" müsse sie trotzdem dazu schreiben, wenn das Foto geeignet sei, den Umsatz des getaggten Unternehmens zu fördern - eine im Alltag schwierig umzusetzende Forderung.

Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs soll nun Rechtssicherheit fürs Influencen in ganz Deutschland bringen. Das könnte auch ein Influencer*innen-Gesetz - bisher existiert aber nur ein Entwurf.

Unter diesem Link findet ihr den Gesetzesentwurf.

Und hier findet ihr noch mehr Infos zu den Prozessen von Cathy, Vreni und Pamela Reif:

Die Ergebnisse der beiden Prozesse gegen Cathy Hummels:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/influencer-hummels-101.html

https://www.tagesschau.de/inland/influencer-werbung-kennzeichnungspflicht-101.html

Wann machen Influencer*innen Werbung? Darin auch ein Bezug zu Vrenis Fällen:

https://www.tagesschau.de/inland/influencer-faq-101.html

Infos zu einem möglichen Influencer*innen-Gesetz:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/influencer-gesetz-101.html

Vrenis Prozess könnt ihr übrigens hier in einem Story-Highlight nachverfolgen.

Und hier findet ihr das Video von offen un' ehrlich zu Smile Secret.

Und hier findet ihr Cathy Hummels auf Instagram.

Und das sind die Folgeempfehlungen von Cathy:

Ihr Papa @FischerFredi auf Instagram

Sophia Schrenk auf Instagram

Aenna.Baenana auf Instagram

follow4follow ist eine Teamleistung bei Puls.

Die Redaktion hatten Dominic Holzer, Lukas Waschbüsch und Marion Lichtenauer.

Produktion: Francesco Burgio.

Grafik: Veronika Grenzebach und Dominik Wierl.

Sounddesign: Enno Rangnick und Benedikt Wießmeier.

Host: Vreni Frost. Vreni findet ihr hier bei Instagram.

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