LAND UND LEUTE: Engel, Kugeln, Zuckerzeug - Sammler erzählen vom Christbaumschmuck einst und jetzt

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Versilbertes Obst, Nüsse und Zuckerzeug: Die Volkskunde lernt viel durch den Brauch des Christbaumschmückens - Sammler erzählen von den Anfängen in der Oberschicht und Besonderheiten wie Schnitzereien des Berchtesgadener Christbaums.

„In einigen der Häuser waren schon die Frucht- und Zuckerbäume angezündet und die Kinder hüpften um die brennenden Zweige und um versilbertes Obst“, heißt es Ende des 18. Jahrhunderts bei Jean Paul. Damals waren Christbäume noch eine der Oberschicht vorbehaltene Seltenheit. Sie wurden sie in erster Linie mit versilbertem oder vergoldetem Obst geschmückt, mit Nüssen und Zuckerzeug.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde der Weihnachtsbaum dann in Deutschland zu dem Attribut des familiären Schenk-Festes. Parallel dazu entstand eine bunte Vielfalt an speziellem Christbaumschmuck: kunstvoll geblasene Glaskugeln und -zapfen, kleine Wachsfigürchen, Anhänger aus Zinn, glitzernde Streifen aus Flittergold und Lametta oder phantasievolle Gebilde aus Glasröhrchen und -perlen. Und dann gibt es noch den „Berchtesgadener Christbaum“, der mit traditionellen Holzwaren en miniature behängt wird - und der erst in den 1970er Jahren so richtig in Mode kam.

Die Volkskundlerin Nina Gockerell und Christoph Kürzeder vom Freisinger Diözesanmuseum erzählen von altem und neuem Christbaumschmuck und präsentieren ausgewählte Stücke aus den eigenen Sammlungen. Von Jean Pauls Christbaum, dem „beladenen, mit Goldquasten von Äpfeln, Nuß- und Fruchtschnüren und mit Hängezucker illuminierten Baum der Erkenntnis“ allerdings ist darin nichts vertreten - es blieb nicht die geringste Spur davon übrig.

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