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Braucht man heute keine Blitzableiter mehr?

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Bei Wohnhäusern sind meist keine Blitzableiter vorgeschrieben

Doch. An den Empfehlungen und Richtlinien hat sich nichts geändert. In der Regel sind aber gerade bei Wohnhäusern keine Blitzableiter vorgeschrieben. In den Vorschriften gibt es eine Blitzschutz-Pflicht nur für besonders gefährdete Bauten. Damit sind dann wirklich entweder besonders exponierte Gebäude gemeint oder solche Bauten, bei denen ein Blitzschlag zu großen Schäden führen können. Das können auch alte denkmalgeschützte Häuser sein.

Schaden durch Blitzeinschlag ist bei modernen Gebäuden kalkulierbar

Natürlich kann ein Blitz auch in einem Neubau erheblichen Schaden anrichten. Aber er ist in der Regel kalkulierbar. So fangen moderne Häuser nicht mehr so schnell Feuer wie Fachwerkhäuser oder Häuser mit Strohdach. Die Gefahr, dass bei einem Blitzschlag gleich das ganze Haus abbrennt, ist heute deutlich geringer als früher. Allerdings haben wir heute auch viel mehr elektrische Geräte im Haus – Fernseher, Computer – sodass hier die Blitze, wenn sie einschlagen, oft einen größeren Schaden anrichten. Da geht dann nicht nur das Gerät kaputt, sondern der Blitz kann die ganze Elektroinstallation lahmlegen, wenn kein Blitzschutz vorgesehen ist. Dazu gehört übrigens nicht nur der Blitzableiter auf dem Dach, sondern auch der Überspannungsschutz in der Elektroanlage. Das alles ist für die normalen Wohnhäuser aber nicht vorgeschrieben, und das mag ein Grund sein, warum viele Hausbesitzer oder auch Architekten sagen: Blitzableiter brauchen wir nicht.

Blitzschutz ist Kostenfaktor beim Hausbau

Es ist ja auch eine Kostenfrage. Früher gab es Anreize, zum Beispiel einen Nachlass bei der Brandschutzversicherung für Häuser mit Blitzschutz. Den gibt es heute in der Regel nicht mehr. Wenn es wirklich stimmt, dass immer weniger Häuser einen Blitzableiter haben, liegt es vielleicht genau daran: Dass es die Hausbesitzer Geld kostet. Und dann schauen die sich um und denken: Na ja, um mein Haus herum gibt’s Bäume oder andere Häuser, die noch höher sind, da wird der Blitz sich nicht gerade mein Haus aussuchen – und wenn, dann geht im schlimmsten Fall zwar die Elektrik kaputt, aber das zahlt ja die Versicherung. – Hier vermute ich den Grund dafür, dass Blitzableiter heute weniger verbreitet sind als früher, auch wenn ich dazu keine harten Zahlen gefunden habe. Aber wenn es stimmt, mögen das die Gründe sein: Eine geringere Risikowahrnehmung, die nur zum Teil sachlich wirklich gerechtfertigt ist. Danke an: Klaus Stimper, Universität der Bundeswehr, und Jochen Stoiber, Architektenkammer Baden-Württemberg.
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Bei Wohnhäusern sind meist keine Blitzableiter vorgeschrieben

Doch. An den Empfehlungen und Richtlinien hat sich nichts geändert. In der Regel sind aber gerade bei Wohnhäusern keine Blitzableiter vorgeschrieben. In den Vorschriften gibt es eine Blitzschutz-Pflicht nur für besonders gefährdete Bauten. Damit sind dann wirklich entweder besonders exponierte Gebäude gemeint oder solche Bauten, bei denen ein Blitzschlag zu großen Schäden führen können. Das können auch alte denkmalgeschützte Häuser sein.

Schaden durch Blitzeinschlag ist bei modernen Gebäuden kalkulierbar

Natürlich kann ein Blitz auch in einem Neubau erheblichen Schaden anrichten. Aber er ist in der Regel kalkulierbar. So fangen moderne Häuser nicht mehr so schnell Feuer wie Fachwerkhäuser oder Häuser mit Strohdach. Die Gefahr, dass bei einem Blitzschlag gleich das ganze Haus abbrennt, ist heute deutlich geringer als früher. Allerdings haben wir heute auch viel mehr elektrische Geräte im Haus – Fernseher, Computer – sodass hier die Blitze, wenn sie einschlagen, oft einen größeren Schaden anrichten. Da geht dann nicht nur das Gerät kaputt, sondern der Blitz kann die ganze Elektroinstallation lahmlegen, wenn kein Blitzschutz vorgesehen ist. Dazu gehört übrigens nicht nur der Blitzableiter auf dem Dach, sondern auch der Überspannungsschutz in der Elektroanlage. Das alles ist für die normalen Wohnhäuser aber nicht vorgeschrieben, und das mag ein Grund sein, warum viele Hausbesitzer oder auch Architekten sagen: Blitzableiter brauchen wir nicht.

Blitzschutz ist Kostenfaktor beim Hausbau

Es ist ja auch eine Kostenfrage. Früher gab es Anreize, zum Beispiel einen Nachlass bei der Brandschutzversicherung für Häuser mit Blitzschutz. Den gibt es heute in der Regel nicht mehr. Wenn es wirklich stimmt, dass immer weniger Häuser einen Blitzableiter haben, liegt es vielleicht genau daran: Dass es die Hausbesitzer Geld kostet. Und dann schauen die sich um und denken: Na ja, um mein Haus herum gibt’s Bäume oder andere Häuser, die noch höher sind, da wird der Blitz sich nicht gerade mein Haus aussuchen – und wenn, dann geht im schlimmsten Fall zwar die Elektrik kaputt, aber das zahlt ja die Versicherung. – Hier vermute ich den Grund dafür, dass Blitzableiter heute weniger verbreitet sind als früher, auch wenn ich dazu keine harten Zahlen gefunden habe. Aber wenn es stimmt, mögen das die Gründe sein: Eine geringere Risikowahrnehmung, die nur zum Teil sachlich wirklich gerechtfertigt ist. Danke an: Klaus Stimper, Universität der Bundeswehr, und Jochen Stoiber, Architektenkammer Baden-Württemberg.
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