Die Woche #64 – Der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden

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Im Gespräch Mit Michael Franke, Franke und Bornberg Wer als Versicherungsmakler seine Kunden zu Berufsunfähigkeitsversicherungen berät oder auch andere Produkte zur Absicherung der Arbeitskraft vermittelt, wie zum Beispiel Grundfähigkeitsversicherungen, der kommt an den Ratings des Analysehauses Franke und Bornberg kaum vorbei. Gründer und Geschäftsführer Michael Franke begleitet den Markt schon seit den 1990er-Jahren – zu einer Zeit als es BU-Absicherungen ausschließlich als Zusatzversicherung gab und es zum Leidwesen der Kunden kaum Marktstandards gab. Heute ist das zum Glück anders – und doch bleibt immer noch viel zu tun, um die Deutschen von der Absicherung ihrer Arbeitskraft zu überzeugen. Im nun folgenden Gespräch schaut Michael Franke auf die Anfänge seiner Karriere zurück und wirft zugleich einen kritischen Blick auf die heutige Marktlage der BU und das Potenzial für Alternativprodukte zur BU.

**Die News der Woche ** Übernimmt Kollege Computer bald auch meinen Job? Diese Frage stellen sich angesichts der fortschreitenden Digitalisierung immer mehr Deutsche.

Laut der aktuellen Jobstudie der Unternehmensberatung EY blicken vor allem Beschäftigte in der Banken-, Immobilien- und Versicherungsbranche auf die technologischen Veränderungen in ihrem beruflichen Umfeld mit Sorge: Jeweils 20 Prozent, also jeder Fünfte, bangt demnach in diesen Branchen um den eigenen Arbeitsplatz – fast genauso viele sind es in der Automobilindustrie mit 19 Prozent. Zum Vergleich: Unter allen rund 1.500 repräsentativ befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland macht sich „nur“ jeder Achte Sorgen um seinen Job, wie EY am Montag auf Basis der Studie mitteilte.

Dass Beschäftigte in der Versicherungsbranche besonders große Angst davor haben, dass die Digitalisierung ihren Arbeitsplatz überflüssig machen könnte, dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass neue Technologien bereits viele Aufgaben in der Assekuranz übernommen haben, die zuvor von Menschen ausgeführt wurden – dies legen zumindest die Studienergebnisse nahe.

So haben neue Technologien über alle Branche hinweg betrachtet bei insgesamt 36 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bereits Teile ihrer Arbeit ersetzt. In der Bank-, Immobilien- und Versicherungsbranche trat dies mit 46 Prozent deutlich häufiger auf. Auch in der IT-Branche, der Automobilindustrie und der Bau- und Energiewirtschaft habe der Einsatz digitaler Technologien den Angestellten „überdurchschnittlich oft Teile ihrer Arbeit abgenommen“, wie EY mitteilte.

Und auch mit Blick auf die künftige Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Produkte und Dienstleistungen schauen die Angehörigen der Versicherungsbranche skeptischer in die Zukunft als Berufstätige aus anderen Wirtschaftszweigen: Betrachtet man alle Befragten so geht eine große Mehrheit von 84 Prozent davon aus, dass die Produkte und Dienstleistungen ihres Unternehmens in zehn Jahren mindestens genauso erfolgreich sein werden wie heute. Nur 16 Prozent glauben nicht daran. In Banken und Versicherungen liegt der Anteil der Pessimisten immerhin schon bei 23 Prozent. Noch etwas düsterer schaut die Automobilindustrie in die Zukunft: Hier geht etwas mehr als ein Viertel der Befragten (26 Prozent) davon aus, dass die Produkte in zehn Jahren nicht mehr so erfolgreich am Markt sein werden, sofern sie nicht weitgehend verändert werden.

„Die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle und Produkte und führt zu Konkurrenz von neuer Seite – etwa von Start-ups oder Unternehmen aus anderen Branchen. Das verstärkt den Veränderungsdruck auf die Unternehmen“, sagt Markus Heinen, Leiter des Geschäftsfeldes Personalberatungsdienstleistungen bei EY in Deutschland. Daher sei es für die Unternehmen sehr wichtig, alle Mitarbeitenden von Anfang an bei der Einführung neuer Lösungen mitzunehmen und deren Vorteile deutlich zu machen, so der EY-Manager. „Regelmäßige Fortbildungen helfen dabei, die Akzeptanz zu steigern und die Technologien mit der größtmöglichen Effizienz in der Organisation zu etablieren“, so Heinen.

Jingle Im Vergleich von 43 Altersvorsorgesystemen weltweit belegt Deutschland Rang 14 – das beste System weist Island auf, gefolgt von den Niederlanden und Dänemark. Schlusslicht ist Thailand. Zu diesem Ergebnis kommt der jährliche „CFA Institute Global Pension Index“ der Unternehmensberatung Mercer.

Mit Platz 14 hat das deutsche System zwar die Spitzengruppe deutlich verfehlt – dennoch muss sich die Bundesrepublik für ihr oft gescholtenes Altersvorsorgesystem keineswegs schämen. Denn bei zwei von drei Teil-Indizes schneidet das hiesige System überaus respektabel ab. So kann Deutschland in der Kategorie „Angemessenheit“ satte 79,3 Punkte einheimsen – liegt hier also nicht weit entfernt von Spitzenreiter Island, das hier 82,7 Punkte erzielte. Beim Faktor „Integrität“ erzielt Deutschland zudem sogar sehr gute 81,2 Punkte – einen regelrechten Absturz gibt es allerdings beim Blick auf die dritte und letzte Teil-Disziplin „Nachhaltigkeit“. Hier reicht es nur für äußerst bescheidene 45,4 Punkte.

„Der Index zeigt, dass das Altersvorsorgesystem in Deutschland insgesamt positiv bewertet wird und unser Rentensystem in den Bereichen Angemessenheit und Integrität sehr stabil ist und wir uns in den letzten Jahren kontinuierlich verbessern konnten“, lobt Mercer-Deutschlandchef Norman Dreger. Gleichwohl bestehe im Hinblick auf die Nachhaltigkeit „Nachholbedarf“, gibt Dreger zu bedenken. Die Ausfinanzierung über ein Kapitaldeckungsverfahren würde dies erheblich verbessern, findet der Analyst.

Jingle Wie gehen Finanzunternehmen mit Nachhaltigkeitsrisiken um? Um das herauszufinden, hat die Finanzaufsicht Bafin gut 400 Unternehmen aus dem Banken-, Versicherungs- und Wertpapiersektor befragt. Das Ergebnis: Die ersten Schritte sind getan, doch es besteht noch Handlungsbedarf. Einerseits gibt es der Umfrage zufolge kaum ein Unternehmen, das Nachhaltigkeitsrisiken für gänzlich irrelevant hält, andererseits würden diese Risiken aber häufig noch unterschätzt. Viele Unternehmen seien auch noch nicht in der Lage, Risiken überhaupt zu identifizieren oder zu beurteilen, heißt es bei der Bafin. Nachholbedarf besteht demnach vor allem im Risikomanagement, insbesondere bei der Verwendung interner Stresstests, aber auch bei strategischen und organisatorischen Festlegungen.

Acht Risikoarten fragte die Bafin ab. Wie zu erwarten war, sehen fast alle befragten Kreditinstitute einen Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeits- und Kreditrisiken. Immerhin etwas mehr als vier Fünftel der befragten Kredithäuser halten auch Reputationsrisiken für relevant, genau wie 86 Prozent aus dem Versicherungs- und Wertpapierbereich. Als positiv bewertet die Bafin, dass die befragten Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit nicht nur auf Klima- und Umweltrisiken schauten, sondern in ebenso hohem Maß soziale Faktoren und Aspekte der Unternehmensführung einbezögen. Auch seien die Zeiten, in denen Nachhaltigkeitsrisiken auf Vorstandsebene keine Rolle spielten, offenbar vorbei. Gleichwohl erwartet die Bonner Behörde, dass die von ihr beaufsichtigten Unternehmen ihr Management für Nachhaltigkeitsrisiken verbessern. Mittelfristig werde dies auch Gegenstand des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsverfahrens sein.

Der Klimawandel und die Zunahme extremer Wetterlagen stellt nach Ansicht der Bafin vor allem die Versicherungswirtschaft vor große Herausforderungen. Und das nicht nur, weil die Prämien in der Wohngebäude- und Betriebsunterbrechungsversicherung deutlich steigen dürften. „Gelingt es nicht, die Erderwärmung zu bremsen, ist sogar das Geschäftsmodell der Schadenversicherer bedroht“, heißt es in einem Bafin-Bericht. Dies wiederum hätte weitergehende Auswirkungen auf andere Teile des Finanzsystems, beispielsweise Kreditinstitute, die darauf angewiesen seien, dass die von ihnen finanzierten Immobilien oder Gewerbebetriebe gegen Elementarschäden versichert werden könnten, warnt die Aufsichtsbehörde.

Jingle Die Zahl der Autodiebstähle ist im vergangenen Jahr um fast 25 Prozent auf gut 10.700 gesunken – jedoch stieg im Gegenzug der Schaden für die Bestohlenen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Erstmals hätten die Versicherer für einen Diebstahl nun im Schnitt mehr als 20.000 Euro zahlen müssen, heißt es vom Verband.

Insgesamt verursachten Autodiebe im Jahr 2020 einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von fast 214 Millionen Euro. Der Grund: Vor allem hochwertige SUVs standen bei den Kriminellen hoch im Kurs. Unter den zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen finden sich gleich sieben Typen dieser Bauform, darunter jeweils zwei Modelle von Land Rover, BMW und Toyota.

Im Herstellervergleich wurden laut dem GDV Autos des Herstellers Land Rover am häufigsten gestohlen: Gegen den Trend stieg die Zahl der Land-Rover-Diebstähle im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 190 Stück; damit kamen auf 1.000 kaskoversicherte Autos dieser Marke fast zwei Diebstähle.

Im Vergleich der Bundesländer und Großstädte hatte Berlin erneut die mit Abstand höchste Diebstahlrate: Auch 2020 fand hier mehr als jeder fünfte der bundesweiten Autodiebstähle statt. Insgesamt wurden in Berlin rund 2.270 kaskoversicherte Autos gestohlen; der wirtschaftliche Schaden betrug fast 50 Millionen Euro. Sehr gering war die Diebstahlgefahr indes im Süden der Republik – so schlugen Autodiebe in Bayern und Baden-Württemberg zusammen nicht einmal halb so oft zu wie in Berlin.

Das Schwerpunktthema Im Oktober: Regulierung Die Sondierungsgespräche zwischen SPD, FDP und Grünen sind vorbei, die Koalitionsverhandlungen bereits in vollem Gange. Welche Impulse sind hier für die Altersvorsorge zu erwarten? Über diese und weitere Fragen sprachen wir mit Dr. Henriette Meissner, Geschäftsführerin der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH und Generalbevollmächtigte für die bAV der Stuttgarter Lebensversicherung. Dabei gingen wir auch auf das Damoklesschwert Provisionsverbot ein. Aber hören Sie am besten selbst.

Und schon ist Folge 64 unseres Podcasts auch wieder vorbei. Sie wollen keine Folge verpassen? Dann abonnieren Sie unseren Podcast doch auf eine der gängigen Podcast-Plattformen – und hinterlassen Sie gerne auch gleich eine Bewertung.

Ansonsten hören wir uns am kommenden Freitag wieder. Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

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