Trotz Fleiß kein Preis. Prekäre Arbeit - prekäres Leben?

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„Selbstständig kann schon dem Sprachgebrauch nach nur sein, wer selbst zu stehen vermag, das heißt, wer sich selbst auf seinen eigenen Füßen und ohne fremde Beihülfe halten kann.“ (Louise Otto 1866) Das können bis heute die wenigsten Frauen. Fast jeder vierte Beschäftigte arbeitet im Niedrig- oder Niedrigstlohnbreich. Rund zwei Drittel sind weiblich. Über ein Drittel der abhängig beschäftigten Frauen arbeitet bereits weniger als die „Normalarbeitszeit“. Zeiten der Unterbrechungen, verbunden mit der Übernahme unbezahlter Arbeit in Familie und Ehrenamt, Wiedereingliederung, oft in Form von Teilzeitarbeit, prekärer Beschäftigung, und „neuer Selbstständigkeit“ stellen in ihrer Erwerbsbiografie schon lange das „Normalarbeitsverhältnis“ dar. Das bedeutet meist den Verlust der eigenständigen Existenzsicherung und Armut im Alter. Fast ein Drittel der Rentnerinnen sind schon heute von Armut bedroht. Die Angst vor Erwerbslosigkeit und Armut im Alter schürt Zukunftsängste, macht die Beschäftigten erpressbar und verschärft die Konkurrenz verschiedener Beschäftigtengruppen (Frauen und Männer; Jung und Alt, Einheimische und MigrantInnen) untereinander. Von Arbeit muss man leben können – Frau auch. Und zwar während der Zeit der Ausbildung, der Berufstätigkeit und später im „Ruhestand“. Um das zu erreichen, brauchen wir Allianzen, zwischen verschiedenen Beschäftigtengruppen und gesellschaftlichen Kräften. Dr.in Gisela Notz ist Sozialwissenschaftlerin und Historikerin.

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