Die Woche #62 – Der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden

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Im Gespräch Mit Konrad Schmidt, BBG-Gruppe Im Oktober trifft sich die Versicherungsbranche üblicherweise in Dortmund zur Messe DKM. 2020 wurde daraus nichts, die Messe musste wegen der Corona-Pandemie ins Netz verlegt werden und fand rein digital statt. Und wie sieht es in diesem Jahr aus? 2021 werden Online- und Offline-Welt vereint. Das „DKM Forum hybrid“ sieht ein umfangreiches digitales Programm und einen Präsenzteil vor. Wie das Konzept genau aussieht, welche Corona-Regeln vorgesehen sind und welches Programm die Besucherinnen und Besucher erwartet, darüber sprachen wir mit Konrad Schmidt, Geschäftsführer der BBG Gruppe. Übrigens kann man sich noch für die DKM anmelden unter https://www.dkmforum.de/anmelden

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**Die News der Woche ** Die finanzielle Lage einiger Lebensversicherer, vor allem aber die teils besonders prekäre Situation von Pensionskassen, bereitet der Finanzaufsicht Bafin große Sorgen. Man habe eine einstellige Zahl von Pensionskassen „besonders im Blick“, erklärte Frank Grund, Bafin-Exekutivdirektor für die Versicherungsaufsicht, gegenüber dem „Tagesspiegel“. Hierunter fielen auch jene drei Pensionskassen, bei denen es bereits Leistungskürzungen gegeben habe. Weitere Schmälerungen der Leistungsversprechungen hält die Bafin in der Zukunft ausdrücklich für möglich.

Wie massiv Pensionskassen und auch Lebensversicherer mit der anhaltenden Niedrigzinsphase zu kämpfen haben, zeigt sich an der Zahl der Unternehmen, die aktuell von der Bafin intensiv überwacht werden – Grund sprach in diesem Zusammenhang zuvor auch schon von „Manndeckung“. „Es sind derzeit rund 20 Lebensversicherer und rund 40 Pensionskassen“, bezifferte Grund – was laut „Tagesspiegel“ rund ein Viertel der Lebensversicherer und knapp ein Drittel der Pensionskassen beträfe.

Zugleich betonte Grund, dass alle Lebensversicherungen nach jetzigem Stand ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllen könnten. „Bei den Pensionskassen würde ich das nicht so sagen“, wie der Bafin-Manager hinzufügte. Trotzdem dürfte Kunden von Pensionskassen das Schlimmste erspart bleiben. Denn grundsätzlich haftet immer der Arbeitgeber für das Leistungsversprechen einer Pensionskasse. Setzt eine finanziell angeschlagene Kasse also den Rotstift an einer Betriebsrente an, so müsse der Arbeitgeber die Zahlungen soweit aufstocken, dass am Ende wieder der einst arbeitsrechtlich zugesagte Betrag zusammenkomme. Das betonte Stefan Oecking, Partner bei der Unternehmensberatung Mercer, gegenüber dem „Handelsblatt“.

Zudem weist die Zeitung darauf hin, dass sich die Situation ab 2022 für Betriebsrentner verbessere, sollte ihre Pensionskasse pleite gehen. Dank einer Gesetzesreform springe dann der Pensionssicherungsverein ein, wenn auch der Arbeitgeber ausfalle. Das dem so ist, bestätigte aktuell auch Bafin-Mann Grund im „Tagesspiegel“: Etwa 90 Prozent der Versicherten in Pensionskassen seien ab Januar 2022 abgesichert durch die Haftung des Arbeitgebers und der Sicherungseinrichtungen.

Jingle Das Gesundheitssystem hierzulande kommt gut an: 93 Prozent der Deutschen in der privaten Krankenversicherung gaben im Rahmen einer Umfrage des Versicherers Continentale an, zufrieden oder sehr zufrieden mit den Leistungen zu sein. Das sind 8 Prozentpunkte mehr als noch 2020. Von den Bundesbürgern in der gesetzlichen Krankenversicherung sagten das 78 Prozent – und damit genauso viele wie im Vorjahr.

Auch bei den Kosten für die Krankenversicherung kommt aus der Bevölkerung ein Daumen hoch. So zeigten sich 78 Prozent der PKV-Kunden zufrieden oder sehr zufrieden, bei den GKV-Mitgliedern war es mit 77 Prozent fast ebenso viele. Das macht einen Anstieg von 7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Die Studie hat jedoch nicht nur Positives aufgedeckt: Denn trotz der mehrheitlichen Zufriedenheit hierzulande ist vor allem im Kreis der Kassenversicherten auch Skepsis vorhanden. So glauben 81 Prozent von ihnen, dass eine gute medizinische Versorgung über den GKV-Beitrag hinaus viel Geld kostet oder bald kosten wird. 68 Prozent sehen daher die zusätzliche private Vorsorge schon heute oder für die Zukunft als notwendig an.

„Über das duale Gesundheitssystem wird auch nach der Bundestagswahl noch diskutiert“, sagt Helmut Hofmeier, Vorstand Kranken im Continentale Versicherungsbund. „Unsere Ergebnisse zeigen aber eindeutig, dass ein so großer Teil der Bevölkerung wie nie mit dem deutschen Gesundheitswesen zufrieden ist. Damit honorieren sie die Stärke und Stabilität unseres Gesundheitssystems auch in schwierigen Zeiten. Denn seit Beginn der Corona-Krise musste es sich einmal mehr bewähren“, so Hofmeier weiter.

Jingle Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Für das Oktoberfest 2022, von dem bislang noch gar nicht klar ist, ob und wie es stattfinden kann, bieten diverse Plattformen bereits Reservierungen für einen Festzelt-Besuch an – zum zehnfachen Preis, wohlgemerkt. Statt rund 400 Euro kostet ein Tisch mit 10 Personen dort aktuell weit über 4.000 Euro.

Nun ja, auch so einige Versicherer müssen für die Wiesn tief in die Tasche greifen. So muss etwa die Axa-Tochter XL Insurance Company der Traditionsgastronomie „Ochsenbraterei“ 513.000 Euro zahlen. Das hat das Landgericht München kürzlich entschieden. Grund ist der coronabedingte Wiesn-Ausfall im Jahr 2020.

Was war geschehen? Das Aus für das Oktoberfest traf sowohl Wiesn-Schausteller als auch -Gastronomen hart – so auch die „Ochsenbraterei“. Wirtin Antje Schneider hatte jedoch mit dem Abschluss einer Ausfallversicherung bei XL Insurance Company vorgesorgt. Dafür zahlt sie rund 60.000 Euro im Jahr, wie diverse Medien berichten.

Die Versicherung des Schadens teilt sich auf vier Assekuranzen auf. Eingeklagt hatte die Ochsenbraterei exemplarisch ein Viertel der Summe von 2 Millionen Euro bei einer der vier Versicherungen. Das Besondere dabei: Die Entscheidung der Richter ist bindend für den kompletten Schaden. Heißt konkret: „Wird dieses Urteil rechtskräftig, kann die Ochsenbraterei auch die restlichen 1,5 Millionen Euro bei den anderen Versicherungen einfordern“, wie Richter erklärten.

Die Versicherung hatte zunächst die Zahlung verweigert. Denn: der Versicherungszeitraum habe nur für die Zeit zwischen Juli und Oktober 2020 gegolten. Die Wiesn sei jedoch schon im April abgesagt worden. Die Ochsenbraterei habe daher auch gar keine Zulassung für die Wiesn 2020 erhalten. Der Versicherungsfall sei somit also gar nicht eingetreten, so die Argumentation.

„Das sehe ich anders“, entgegnet Richter Martin Scholz laut „Bild“-Bericht – und gab der Wirtin Antje Schneider Recht. „Es handelt sich um eine Veranstaltungs-Ausfallversicherung. Dass das Oktoberfest nicht stattfinden konnte, dafür konnte die Ochsenbraterei nichts.“ Und er ergänzte: „Ich kann mich an keine Wiesn ohne die Ochsenbraterei erinnern. Hätte es eine Wiesn 2020 gegeben, dann sicher auch mit der Ochsenbraterei.“

Jingle Fast die Hälfte, nämlich 43 Prozent, der jungen Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren verlassen sich auf den Rat von Familie und Freunden, wenn sie sich versichern wollen. Doch schon auf Platz 2 folgt der Versicherungsvermittler, an den sich jeder Dritte (32 Prozent) wendet. Das sind immerhin 6 Prozentpunkte mehr als jene 26 Prozent, die einen Online-Vergleich auf einem der bekannten Portale im Netz bevorzugen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage von Senacor Technologies unter 1.000 Verbrauchern im Alter von 18 bis 29 Jahren.

„Wer jung ist, will vor allem schnell verstehen, welche Versicherung sich eignet und was versichert ist“, sagt Wolff Graulich, Partner bei Senacor und ehemaliger Vorstand des Insurtechs Element. Digitale Dienste spielten hingegen erst dann eine Rolle, wenn es darum gehe, Kunden viel allein erledigen zu lassen. „Adressen ändern, Schäden melden oder sich einen Termin beim Arzt holen, all das darf gern digital passieren. Doch wenn der allererste Kontakt allein digital erfolgt, schreckt das die unter-30-jährigen eher ab“, gibt Graulich vor dem Hintergrund der Studienergebnisse zu bedenken.

Der Senacor-Partner rät Unternehmen deshalb, möglichst viele Kanäle zu öffnen und diese miteinander zu verbinden. Wichtiger sei, überhaupt erst mal mit einem potenziellen Kunden in Kontakt zu treten und erst im Nachhinein zu versuchen, mit digitalen Mehrwertdiensten zu punkten, findet Graulich. Und weiter: „Im digitalen Zeitalter haben Insurtechs ihre Berechtigung. Wer aber ein breites Spektrum an Produkten für viele Menschen anbietet, muss auch persönlich für die eigenen Kunden ansprechbar bleiben.“ Na, das ist doch mal eine gute Nachricht für Versicherungsvermittler.

Das Schwerpunktthema Im Oktober: Regulierung Gut gemeint heißt am Ende oft schlecht gemacht. Dies gilt durchaus auch für das Eingreifen des Gesetzgebers in den Versicherungsmarkt. So zeigt sich inzwischen, dass zum Beispiel das Sozialpartnermodell, für das die Große Koalition 2018 die Grundlage schuf, einfach nicht über den Status eines Rohrkrepierers hinauskommt. Mit Hans-Georg Jenssen, dem Geschäftsführenden Vorstand des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM), sprechen wir nun darüber, wo und warum die Politik aus Jenssens Sicht häufig irrt, wenn sie den Versicherungs- und Vermittlermarkt zum Wohle des Verbrauchers regulieren möchte.

Und damit sind wir mit Folge 62 unseres Podcasts durch. Wenn Sie Feedback haben, schreiben Sie uns gerne unter redaktion@pfefferminzia.de

Ansonsten hören wir uns am kommenden Freitag wieder. Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

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