Die Woche #40 – Der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden

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Von Karen Schmidt, Lorenz Klein, Matthias Heß, Karen Schmidt, Lorenz Klein, and Matthias Heß entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.
Willkommen zu Folge 40 unseres Podcasts!

Im Gespräch Mit Dietmar Bläsing, Volkswohl Bund Dietmar Bläsing ist Vorstandssprecher des Volkswohl Bunds – und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn Bläsing ist das, was man gemeinhin als „geradeheraus“ bezeichnet. Auch in unserem nun folgenden Gespräch nimmt er kein Blatt vor dem Mund. So mag er beispielsweise nicht an einen Zufall glauben, dass das SPD geführte Bundesfinanzministerium in dieser Woche eine Senkung des Höchstrechnungszinses in der Lebensversicherung besiegelt hat ohne zugleich den Beitragserhalt in der Riester-Rente kippen zu wollen. Denn dadurch würde ein Provisionsdeckel durch die Hintertür – beziehungsweise „durch die kalte Küche“ – geschaffen, um es mit Bläsings Worten zu sagen. Wie er das genau meint und ob der Riester-Rente nun womöglich das Aus beim Volkswohl Bund droht, erklärt er uns gleich im Interview. Darin sagt er auch, warum die Kritik an einer zu hohen Kostenbelastung von Riester-Verträgen zu kurz springe und er verrät uns, was ihn zuletzt maßlos geärgert hat – aber zum Glück auch, woran er sich in der ermüdenden Zeit der Pandemie erfreuen konnte. Jetzt geht’s los.

An dieser Stelle wie immer ein kleiner Dank an unseren Sponsor – die Zurich Gruppe Deutschland.

Die News der Woche, Teil 1 Vielleicht haben Sie ja gerade im Interview gehört, wie Volkswohl-Bund-Chef Dietmar Bläsing über die Probleme denkt, die der Riester-Rente drohen. Das Thema begleitet uns nun auch in den News der Woche. Eine „De-facto-Beerdigung“ des Vorsorge-Klassikers sei zu befürchten, warnte dieser Tage Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Was genau ist passiert?

Nun, Lebensversicherer dürfen vom nächsten Jahr an maximal noch einen Zins von 0,25 Prozent pro Jahr einkalkulieren. Die entsprechende Änderung wurde am Dienstag im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Bisher liegt der Höchstrechnungszins – etwas verkürzt auch Garantiezins genannt – bei 0,9 Prozent. Ihn darf kein Versicherer bei der internen Kalkulation der neuen Produkte überschreiten. Im Grunde begrüßt die Branche diesen Schritt, denn das Dauertiefzinsniveau lastet immer schwerer auf den Bilanzen der Versicherer.

Auch die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) begrüßt den Schritt. Doch dem Verein, der über 5.000 Versicherungsmathematikern als Sprachrohr dient, reicht das nicht – frei nach dem Motto: Wer A sagt, muss auch B sagen. Konkret gesagt: Zugleich müsse bis Jahresende auch das Garantieniveau bei den staatlich geförderten Vorsorgeprodukten gesenkt werden, fordert die DAV. „Denn ohne eine Abkehr von der 100-prozentigen Beitragsgarantie heute gibt es morgen am Markt vermutlich keine Riester-Rente und keine Beitragszusage mit Mindestleistung in der betrieblichen Altersversorgung mehr, über deren Ausgestaltung gesprochen werden kann“, warnte der DAV-Vorstandsvorsitzende Guido Bader.

GDV-Hauptgeschäftsführer Asmussen sieht bereits dunkle Wolken am Riester-Horizont aufziehen: „Viele Riester-Anbieter werden sich ab 2022 vom Markt zurückziehen, weil sie dann den vom Gesetzgeber verlangten 100-Prozent-Beitragserhalt unter dem neuen Höchstrechnungszins nicht mehr garantieren können.“ Und das wiederum führe zu der eingangs zitierten „De-facto-Beerdigung der Riester-Rente“.

Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten (BdV), kann den Thesen der „Versicherungslobbyisten“ vom GDV, wie er am Mittwoch erklärte, nicht sonderlich viel abgewinnen: „Wenn jetzt die Beitragsgarantie der Riester-Rente angefasst wird, dann muss dringend auch der Verrentungszwang fallen,“ forderte Kleinlein. „Aktuell werden Riester- und Rürup-Rentensparerinnen und -Sparer entmündigt, indem sie gezwungen werden, Kundinnen und Kunden bei einer Lebensversicherung zu werden und wertschwache Renten einzukaufen“, schimpfte der Verbraucherschützer.

Damit nicht genug: Ein niedrigerer Rechnungszins führe für die gleiche versicherte Leistung zu deutlich höheren Beiträgen, so Kleinlein. Und da sich die Provisionen an den Beiträgen orientierten, stiegen dann auch die Provisionen für Neuabschlüsse deutlich an, schlussfolgert der BdV-Chef und betont: „In einem Beispielfall, den wir auch dem Bundestag vorgestellt haben, geht es um eine Provisionssteigerung von 30 Prozent – bei gleicher garantierter Leistung. Deshalb brauchen wir endlich einen Provisionsdeckel.“ Wir meinen: Der Widerspruch aus der Branche gegen die von Kleinlein aufgemachte Rechnung dürfte wohl nicht lange auf sich warten lassen.

Die Kolumne Von Hans Steup Viele Makler möchten mehr Geld verdienen, fürs Alter vorsorgen und weniger arbeiten – sie wissen nur nicht wie. Zwar sind sie dabei prinzipiell bereit, sich Rat zu holen. Nur kosten sollte der möglichst wenig. So funktioniert das nicht, meint Vertriebsexperte Hans Steup. In seiner Kolumne erklärt er, warum sich die Investition in einen Coach lohnt.

Die News der Woche, Teil 2 Für Menschen, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen, kann eine Erkrankung mit Covid-19 darüber entscheiden, ob sie ihre Arbeitskraft absichern können oder nicht – das zeigt eine aktuelle Umfrage des Verbraucherportals Finanztip unter den 20 nach Marktkapitalisierung größten Lebensversicherern. Denn in vielen Fällen verhindert ein einst schwerer Corona-Verlauf eine BU-Absicherung.

„Der Gesundheitszustand ist der wichtigste Faktor dafür, ob ich überhaupt einen Vertrag bekomme – und zu welchem Preis“, sagt Martin Klotz, Versicherungsexperte bei Finanztip. „Das beinhaltet auch Angaben zum Verlauf einer etwaigen Erkrankung mit Covid-19.“ In ihrer Risikoeinschätzung im Hinblick auf Corona lägen die BU-Versicherer in Deutschland weit auseinander, entscheidend sei aber bei allen der Verlauf der Erkrankung, so Klotz.

„Verläuft die Krankheit leicht, bieten mehr als die Hälfte der Versicherer nach einer vierwöchigen Wartezeit eine Absicherung ohne Beitragszuschlag oder zusätzliche Ausschlussklauseln an“, teilt Finanztip mit. Anders verhalte es sich jedoch bei ausgeprägten Symptomen oder gar einem schweren Verlauf mit Krankenhausaufenthalt.

„In diesen Fällen prüfen die Versicherer den Antrag erst gar nicht, sondern stellen den Vorgang zurück“, sagt Martin Klotz. In so einem Fall sei wohl mit drei bis zwölf Monaten zu rechnen – aber viele Versicherer wollten sich laut Umfrage sogar gar nicht auf einen konkreten Zeitraum festlegen. Heißt: In dieser Zeit könnten sich Betroffene nicht versichern.

Ganz schlechte Karten hätten indes Betroffene, die nach einer Covid-19-Infektion dauerhaft beeinträchtigt seien. „Bei Long-Covid ist alles möglich: von langfristiger Zurückstellung bis hin zur direkten Ablehnung“, heißt es seitens Finanztip weiter.

Das Schwerpunktthema Im April: Zielgruppen In den bisherigen Podcast-Folgen haben wir in dem Schwerpunktthema Zielgruppen den Fokus auf bestimmte Kundenzielgruppen gerichtet. Letzte Woche waren zum Beispiel die Taucher dran. Dieses Mal aber schwenken wir auf die Produktspezialisierung um. Thomas Giessmann ist nämlich Versicherungsmakler – und Experte für die Absicherung von Elektro-Fahrrädern. Er sei da mehr reingestolpert, berichtet er im gleich folgenden Interview, das wir per Schalte nach Berlin geführt haben. Inzwischen kommen aber rund 1.000 Anfragen für E-Bikeversicherungen pro Monat rein. Wie er das geschafft hat, erklärt Giessmann nun im Gespräch.

Und nun liegen 40 Folgen Podcast hinter uns. Ein Wahnsinn. Geben Sie uns doch mal Feedback, wie sie das Ganze, was wir hier so machen finden. Einfach eine Email schreiben an redaktion@pfefferminzia.de.

Ansonsten hören wir uns kommenden Freitag wieder. Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

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