2006: Interview mit Reinhold Messner

 
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"Wir haben das klassische Bergsteigen, Großewändebergsteigen, aus den Alpen in den Himalaja getragen" - Reinhold Messner über die Entwicklung des Bergsteigens Bergsteiger, Abenteurer, Schriftsteller, Politiker, Museumsleiter und schließlich Grenzgänger – diese bunte Mischung von Betätigungsfeldern trifft nur im seltensten Fall auf einen einzigen Menschen zu. Und dennoch: Reinhold Messner kann bis heute das alles von sich behaupten. Alle "Achttausender" Geboren wurde Reinhold Messner am 17.9.44 in Brixen in Südtirol. Nach dem Abitur begann er in Padua ein Studium in der Fachrichtung Hoch- und Tiefbau, doch die Neigung zum Bergsteigen war stärker. Seine Begeisterung für diesen Sport hatte er schon als Teenager entwickelt. Nach mehreren Touren in den Alpen, Anden und Dolomiten kam nun die Zeit für die erste Himalaja-Besteigung. 1970 schloss sich Reinhold Messner zusammen mit seinem Bruder Günther einer Expedition an, die von Karl Herrligkoffer geleitet wurde. Die Tour ging zum Nanga Parbat, einem in Pakistan gelegenen 8.125 m hohen Berg. Diesen bezwangen die beiden ohne Sauerstoff-Zufuhr, doch dabei kam es zu einer Tragödie: der Bruder von Reinhold Messner kam beim Abstieg ums Leben. Dennoch, es sollte nicht bei dem einzigen "Achttausender" bleiben, die er zu besteigen gedachte. In den folgenden Jahren bezwang Reinhold Messner die Berge Manaslu, Lhotse und Hidden Peak. Zusammen mit dem Bergsteiger Peter Habeler sorgte Reiner Messner für eine Welt-Sensation: 1978 bestiegen die beiden den Mount Everest ohne Sauerstoffmasken. Später sollte Reinhold Messner dies wiederholen, allerding im Alleingang. Bis 1986 bestieg Reinhold Messner weitere Berge mit einer Höhe über 8.000 Meter und war schließlich der erste Mensch, der alle „Achttausender“ bezwang. Doch das "Abenteuer" sollte damit noch lange nicht enden. Gut zu Fuß In der “Frankfurter Rundschau“ vom 13.2.90 ist unter anderem zu lesen: "Beispielloser Treck endete in Bierbar". Gemeint war eine Expedition, die Reinhold Messner und Arved Fuchs 1989 unternahmen. Es war ein Fußmarsch von rund 2740 Kilometern Länge und führte quer durch die Antarktis. Dabei verzichteten die beiden auf die Unterstützung von Hunden oder gar Motorschlitten. Als einziges Hilfsmittel benutzten sie große Schleppsegel, die es erlaubten die starken Antarktis-Winde als Antrieb für die Schlitten zu nutzen. Damit waren die beiden Abenteurer die ersten Menschen, die die Antarktis überquert haben. Doch es war nicht der einzige Marsch, den Reinhold Messner absolvierte. 1993 durchquerte er – wieder ohne technisches Gerät - das Eis Grönlands und 2004 die Wüste Gobi, um nur einige Extrem-Expeditionen zu nennen. Alle seine Leistungen verarbeitete Reinhold Messner in zahlreichen Büchern und Vorträgen. Seine Autobiografie "Mein Leben am Limit" erschien 2004. Vielseitig aktiv Reinhold Messner engagierte sich auch politisch. 1999 zog er für eine Legislaturperiode als parteiloser Abgeordneter für die italienischen Grünen ins Europäische Parlament. Zu seinen Aufgaben gehörten unter anderem die Bereiche der alpinen Verkehrspolitik und Sicherung der Naturlandschaft. Darüber hinaus leitet Reinhold Messner das "Messner Mountain Museum", dem mehrere Museen angehören. Auf seiner Internetseite ist unter anderem über die Stiftung „Messner Mountain Foundation“ zu lesen: "Mit seiner Stiftung, der Messner Mountain Foundation, übernimmt Reinhold Messner soziale Verantwortung für die Bergvölker. Konzipiert als Hilfe zur Selbsthilfe, geht es darum, den Einheimischen hoch oben in den Bergen des Himalaja, Karakorum, im Hindukush, in den Anden oder im Kaukasus mit Landwirtschaft und Tourismus das Überleben zu sichern." Der Bergsteiger wurde auch mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, unter anderem mit dem Königlichen Orden Nepal, dem Bambi, er ist auch Ehrenmitglied der Royal Geographical Society. Im Oktober 2006 sprach DW-Redakteur Stefan Nestler mit Reinhold Messner unter anderem über das Bergsteigen und den Himalaja. Autor: Andreas Zemke Redaktion: Diana Redlich

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