Knut Brockmann öffentlich
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In Folge 161 sind wir über eine Behauptung gestolpert, die man von vielen Regisseur*innen des klassischen Film Noir in Interviews liest: es sei ihnen gar nicht darum gegangen, einen stark ästhetisierten, hoch künstlichen Film zu drehen. Stattdessen sollten ihre Noirs realistisch sein, nüchtern, fast schon dokumentarisch. Dazu passt Alberto Cavalcan…
 
Otto Preminger liefert in seinen Film Noirs viel Willen zu Realismus-Effekten und deskriptiv tätiger Kamera, gerade in diesem Werk. Die Figuren dagegen bleiben ambivalent, müssen dank enorm suppressiver Erzählung auch vom Publikum dekodiert werden. Deshalb unterhalten wir uns auch darüber, warum die Regisseure der klassischen Noirs immer wieder dav…
 
Ida Lupino ist in mehrfacher Hinsicht eine Pionierin: sie ist erst die zweite Frau, die in der Directors Guild of America aufgenommen wird, also erst die zweite weibliche Regisseurin, die in Hollywood anerkannt wurde. Zudem ist sie aber auch diejenige, die die Chance der eigenen Produktionsfirma dafür nutzte, einen Prototyp des Independent-Films zu…
 
Psychologie im Kino ist kein einfaches Unterfangen, und auch bei Hitchcock ist es am Ende Kino-Psychologie, mit der die titelgebende Marnie in die gesellschaftliche Norm gezwängt werden soll, um sie von ihrem zwanghaften Verhalten und der Angst vor Sex zu „heilen“, gerne auch mit dem Nebeneffekt, aus einer selbstbestimmten Persönlichkeit eine passe…
 
James Whale entführt uns in ein Geisterschloss, dass wir, gegen die Norm, gar nicht erst betreten wollen: hier ist es nicht einfach eine Spiegelung der Psyche seiner Bewohner oder gar des Gothic-typischen Patriarchen, es ist ein Gefängnis für seine Bewohner, und dennoch eine Struktur ihrer Repression. Wie wir das genau interpretieren wollen, bleibt…
 
Obwohl ganz handzahm als komödiantischer Horrorfilm daherkommend, ist MR. VAMPIRE so etwas wie Paukenschlag im Bereich des Hongkong-Genrekinos, sogar im fernöstlichen Kino allgemein. Ricky Lau inszeniert den Kampf eines erstaunlich menschelnden Daoisten gegen hüpfende Kadaver sorgfältig und sehr zugänglich. Trotzdem bleiben viele Anknüpfungspunkte …
 
Zum Start des #Horroctober geht es in die Untiefen der bürgerlichen Psyche Europas zwischen den Weltkriegen. Der noch in Österreich-Ungarn geborene Edgar Ulmer inszeniert seinen Universal-Schocker als Blick auf Europa: der Kampf der Monster Karloff und Lugosi ist der eines gebildeten Architekten gegen einen Doktor der Psychologie, also der beiden a…
 
Ohne Jochen mag Knut keine Filme besprechen, also stellte er sich an sein Bücherregal und hat ein paar Filmbücher aus seiner Sammlung geholt, die er besonders interessant findet. Also gibt es heute nur eine Stimme auf die Ohren, dafür aber gleich sechs verschiedene Bücher, die Knut allesamt für empfehlenswert hält. Fehlerangabe: Leider habe ich die…
 
Mit seiner eigenen Produktionsfirma schafft sich Otto Preminger sehr viel Freiraum innerhalb eines Hollywoods im Umbruch, schwer angeschlagen durch das TV und die Entscheidung, dass Studios keine Kinos mehr besitzen dürfen. Während seit den 30ern und erst Recht nach McCarthy die allermeisten Filme die moralischen selbstzensorischen Regeln des Hays …
 
Fast neun Jahre brauchte es, bis Joel und Ethan Coen das Drehbuch zu HUDSUCKER auf die Leinwand bringen konnten, obwohl sie dieses mit ihrem Kollegen Sam Raimi schon seit 1981 entwickelt und während der Dreharbeiten zu CRIMEWAVE (1986) geschrieben hatten. Entsprechend wirkt das Ergebnis wie eine wahnwitzige Mischung aus typischem Frühwerk und der 1…
 
Jean Renoir folgt der Form der Mise en Scène schon lange, bevor sie einen Namen hat, und baut einen radikalen Realismuseffekt auf, natürlich auf Kosten der Möglichkeiten der Kamera in diesen noch recht frühen Tagen des Tonfilms. Wir folgen der Pariser Elite aufs Land: den reichen Adeligen, der Dienerschaft, dem etablierten Bürgertum, aber auch Zuge…
 
Nach der British New Wave, die basierend auf dem Dokumentar-Gestus der Generation Ken Loach möglichst viel Realismuseffekt setzen will, folgt auch in England die radikale Gegenwehr der Nachfolgegeneration. Da es außerhalb des TV kaum Möglichkeiten gibt, das Filmen zu lernen, setzen sich nun junge Regisseure aus der Welt des Werbefilms durch: die be…
 
Wie könnte man eine Jubiläumsepisode schöner begehen als mit verquaster Filmtheorie und jeder Menge Standbilder? Wir feiern 150 Folgen Ein Filmarchiv, indem wir endlich mal klären, was wir gefühlt zwanzigmal pro Folge meinen, wenn wir mise en scène sagen. Unsere Schutzpatrone sind dabei der französische Filmtheoretiker André Bazin und der US-amerik…
 
Insgeheim ist sich Herr Kopfrkingl sicher: er ist der neue Dalai Lama. Wer hat schließlich mehr menschlichen Seelen den Weg ins Nirvana so leicht wie möglich gemacht? In Herrn Kopfrkingls Krematorium dauert eine solche Befreiung aus der Leiblichkeit nur 75 Minuten. Dann tritt die Wehrmacht über die tschechoslowakische Grenze, und Herr Kopfrkingl en…
 
Giallo, Spielart Teutonisch: als der Edgar Wallace-Reihe Anfang der 70er Jahre die Puste ausgeht, versucht man als letztes Mittel eine Co-Produktion mit Italien. Sergio Leones Kameramann Massimo Dallamano darf Regie führen, “Blacky Fuchsberger” kehrt als Kommissar zurück. Und weil die Schulmädchen-Reporte gerade hervorragend laufen, verlegt man die…
 
Tarantino mal nicht postmodern? Zu Anfang seiner Karriere als Regisseur ging das noch: direkt nach Pulp Fiction wagt er sich an die Verfilmung eines Elmore Leonard-Romans. Und adaptiert den eben nicht als ironisches Zitatgewitter. Jackie Brown hat ein soziales Bewusstsein, einen präzisen Blick auf Rassismus in den USA, modernistische Wehmut. Und vo…
 
Was heißt es, als junge ungarische Regisseurin 1988/89 auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückzublicken? Ildikó Enyedi geht dieser Frage in ihrem ersten Langfilm nach. Wir verfolgen dabei kurz vor und kurz nach 1900 die beiden Zwillinge Dóra und Lili, im Kindesalter getrennt, jetzt mit Anfang 20 so unterschiedlich wie sie nur sein könnten: Dóra …
 
Luchino Visconti wechselt nach Klassikern des Neorealismus den Modus und nutzt den Monumentalfilm, gerade populäre Antwort auf das Fernsehen, um mit Strategien der mise en scene den Zuschauer in der Filmwelt zu befreien und gleichzeitig die Sinnlichkeit des Genres auszustellen und zu unterlaufen. Dabei zeigt er einen Fürsten in Sizilien während des…
 
Joseph Losey war in den späten 50ern bis in die 70er Jahre hinein ein Regiestar, besonders in Frankreich gefeiert. Klarer Höhepunkt seiner Karriere: die Kollaborationen mit dem britischen Dramatiker Harold Pinter wie etwa Der Diener (1963). Seitdem ist er ein wenig in Vergessenheit geraten – man kann nur spekulieren, warum das so ist. Vielleicht, w…
 
Wenn der Altstar Haven Hamilton (Henry Gibson) im großen Tonstudio seine patriotische Geschichtsklitterung „200 Years“ einspielt, darf sich im kleinen Seitenstudio ein ganzer Gospel-Chor um die stimmlich zutiefst unterlegene, aber zumindest hellhäutige Linnea Reese (Lily Tomlin) scharen – ein Beispiel für den sezierenden Blick, den Robert Altman au…
 
Mittlerweile dürfte sich die Lesart durchgesetzt haben, dass Robocop eine Satire ist. Das war nicht immer so: in den 80ern ließ man sich beispielsweise zu dem Urteil hinreißen, der Film sei “Faschismus für Linke”. Das deutet darauf hin, dass hier Verwechslungsgefahr besteht zwischen Faschismus und Faschismus-Satire. Genau das will Verhoeven. Genau …
 
Séverine (Catherine Deneuve) trägt die Strenge schon im Namen. Weil ihr kink der Masochismus ist, verkauft sie sich heimlich in einem Pariser Edelbordell. Davon darf ihr Mann, wahrscheinlich Chirurg oder etwas ähnlich Zeitintensives, natürlich nichts erfahren. Luis Buñuel erzählt in seinem erfolgreichsten Film von einer langweiligen, gelangweilten …
 
Klassische Western sind nichts für dich? Diese Grundhaltung sollte man erst in Zement gießen, wenn man einen der großen Vertreter des Genres von John Ford gesehen hat. My Darling Clementine zum Beispiel. Ford täuscht hier links eine Rachegeschichte an: Wyatt Earps kleiner Bruder wurde nahe der Stadt Tombstone von zunächst unbekannten Outlaws umgebr…
 
Bald ist 1933, und dieser Film scheint es zu ahnen. Aber kurz vor Schluss feiern Regisseur Ludwig Berger und seine Drehbuchautoren Robert Liebmann und Hans Székely noch einmal alles, was Weimar und eine lange jüdische Tradition im deutschen Film möglich gemacht haben. Das Konzept ist schon genial: ein Ober, Angestellter in einem Nachtclub, und die …
 
Obacht: bei all den wirbelnden Farben und akrobatischen Leibern kann man hier schnell vergessen, dass Tsui Hark politisches Kino macht. Wir sind auch ganz überfordert vom Maximalspektakel, das der Regisseur hier Anfang der 80er auf das Publikum loslässt und damit die Filmlandschaft von Hongkong erneuert. Wir fokussieren dennoch unsere Denkknochen u…
 
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