Warum nur ist Politikersprache oft so unverständlich?

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«Gesetzesrevisionen» oder «Vernehmlassungsverfahren» gehören im Bundeshaus zur Alltagssprache. Für viele Bürgerinnen und Bürger ist diese sperrige Amtssprache aber unverständlich. Die Amtssprache im Parlament ist oft kompliziert und sperrig. Davon zeugen Begriffe wie «Totalrevision», «Vernehmlassungsverfahren» oder «Ausgabebeschlüsse». Das sorgt bei Politikerinnen und Politikern selbst auch mal für Lacher. Schon fast legendär ist etwa der Lachanfall von Alt-Bundesrat Hans-Rudolf März bei einer Rede vor dem Parlament rund um Bündnerfleisch. Was im Parlament für Lacher sorgt, beschert vielen Bürgerinnen und Bürgern aber auch Kopfzerbrechen. Etwa dann, wenn sie eine Busse nicht verstehen, oder wenn das Abstimmungsbüchlein so komplex ist, dass Sinn und Zweck einer Vorlage rätselhaft bleiben. Warum nur ist Amtssprache oft so kompliziert? In der Sendung «Treffpunkt» erläutert Andreas Lötscher, emeritierter Professor für deutsche Sprachwissenschaft, weshalb Gesetze so komplex formuliert sind. Als ehemaliger Gesetzesredaktor in der Bundeskanzlei weiss Lötscher, wie Gesetzestexte entstehen und welche Rolle die Verständlichkeit dabei überhaupt spielt. Gast ist weiter Christine Egerszegi, die den Kanton Aargau 20 Jahre lang im National- und später auch Ständerat vertreten hat. Sie hat erlebt, was für witzige Situationen das sperrige Beamtendeutsch selbst im Parlament auslösen kann. Egerszegi weiss auch aus eigener Erfahrung, wie schwierige es sein kann, den Wählerinnen und Wählern die teils komplexen Vorlagen verständlich zu erläutern.

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