Das casalQuartett spielt Mozarts Streichquartett C-Dur KV 170

14:23
 
Teilen
 

Manage episode 321258134 series 54104
Von Südwestrundfunk entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.

Das Quartett in den Kinderschuhen

Mozart ist 17, als er seine „Wiener Quartette“ zu Papier bringt – die Gattung selbst ist da auch noch im Teenager-Alter: Joseph Haydn, gewissermaßen der „Vater des Streichquartetts“, hat seine ersten Quartette erst vor etwa 12 Jahren geschrieben, allerdings noch fünfsätzig und unter der Bezeichnung „Divertimenti“. 1771 (und zwei Jahre vor Mozarts „Wiener Quartetten“) erscheint Haydns op. 9, seine erste „richtige“ Streichquartettserie, die die Grundform und Satzfolge der Gattung für Jahrzehnte prägt.

Quartette nach Haydnschem Vorbild

Mit diesen Quartetten op. 9 und den beiden folgenden Streichquartettserien Haydns beschäftigt sich Mozart ausführlich während einer Reise, die er im Sommer 1773 mit seinem Vater Leopold nach Wien unternimmt. Viel anderes scheint er auch nicht zu tun zu haben. Auftritte in der kaiserlichen Residenzstadt sind für diesen Zeitraum kaum dokumentiert. So schreibt Mozart seinen eigenen Streichquartettzyklus im Haydnschen Stil: sechs viersätzige Quartette, davon steht eines in Moll und eines – nämlich KV 170, unser Musikstück der Woche – beginnt mit einem Variationssatz. Auch wenn die Wiener Quartette erst nach Mozarts Tod veröffentlicht wurden, gelangten sie wahrscheinlich schon vorher am Salzburger Hof oder auf Mozarts Reisen zur Aufführung.

… auf sündhaft teuren Instrumenten

In unserer Aufnahme spielt das casalQuartett auf Instrumenten von Jacobus Steiner. Er war einer der großen Geigenbauer des 17. Jahrhunderts und lieferte seine Instrumente an viele europäische Fürstenhöfe, darunter auch an den Salzburger Hof. Zu Mozarts Zeit waren die Stainer-Instrumente sogar beliebter (und teurer!) als die der großen italienischen Meister Stradivari und Amati. Heute wechseln Stainer-Geigen für sechsstellige Beträge den Besitzer. Tendenz: steigend. Das casalQuartett ist immer auf der Suche nach seltenem Repertoire: Bei seinem Auftritt im Mai 2014 bei den Schwetzinger SWR Festspielen spielte es Mozarts Quartett und andere Werke aus der Geburtszeit des Streichquartetts stilecht auf vier historischen Instrumenten von Jacobus Stainer. Zum Beethoven-Jubiläumsjahr entstand in Kooperation mit SWR2 die CD-Serie „Beethovens Welt. Der Revolutionär und seine Rivalen“. Dabei kombiniert das casalQuartett Werke von Beethoven mit denjenigen seiner unbekannteren Zeitgenossen, die zeitgleich entstanden.

603 Episoden