Bachs Violinkonzert a-moll BWV 1041 - gespielt von Thomas Zehetmair und dem Stuttgarter Kammerorchester

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Bach spielte die Geige „rein und durchdringend“ - bescheinigt Sohn Carl Philipp Emanuel

Bach lernt bei seinem Vater Geige spielen, und der Geige verdankt er auch seine erste Anstellung in Weimar, wo er Konzertmeister der Hofkapelle wird. Auch als er später als Orgel- und Cembalovirtuose und Komponist berühmt wird, vergisst er die Geige nicht. Das zeigen seine herrlichen Violin-Solowerke. Bach habe, bescheinigt ihm sein Sohn Carl Philipp Emanuel, die Geige „rein und durchdringend“ gespielt. Eine Eigenschaft, die auch für sein a-Moll-Violinkonzert von Vorteil ist.

Vermutlich im Zimmermannschen Kaffeehaus Leipzig aufgeführt

Wo und wann genau das Violinkonzert entstanden ist, weiß man nicht, aber aufgeführt hat es Bach ziemlich sicher bei seinen Konzerten im Zimmermannschen Kaffeehaus in Leipzig, wo er ein Orchester mit Studierenden leitet, neben seinem Job als Thomaskantor. Er gibt in seinen Leipziger Jahren dort über 500 Konzerte! Freitags um acht oder – im Sommer im Wirtshausgarten – mittwochs um vier. Bach wird dort auch immer wieder auf seiner Jacobus-Stainer-Geige dieses Violinkonzert aufgeführt haben, dessen Schönheit besonders im Andante erblüht.

Vom zweiten Satz zeigte sich Claude Debussy einst überwältigt

„Die Schönheit des Andante ist so groß, dass man ernstlich nicht mehr weiß, wie man sich hinsetzen und verhalten soll, um des Anhörens würdig zu sein. Sie bleibt einem lange im Sinn, und man wundert sich beim Hinaustreten auf die Straße, dass der Himmel nicht blauer ist und der Parthenon nicht aus der Erde emporwächst.“
Das spricht Claude Debussy, der hier nach einem Konzertbesuch so überwältigt ist. Und dennoch bleibt es natürlich eine Frage der Wahrnehmung, ob der Himmel – nach dem Anhören dieses Konzertes - nicht doch ein klein wenig blauer geworden ist…?

Thomas Zehetmair und das Stuttgarter Kammerorchester

Thomas Zehetmair ist ein neugieriger Musiker, mit Vorliebe spielt er zeitgenössische Musik, sucht aber auch sonst überall das Neue, spielte als einer der ersten Beethoven auf Darmsaiten, hat ein eigenes Streichquartett, das auswendig spielt. Seit der Saison 2019/2020 ist er Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters, seit letztem Herbst auch Chefdirigent beim Orchestre National d‘Auvergne. Er ist in Salzburg geboren und lebt in Berlin.

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