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„Indika“: Kritisches Videospiel auf den Spuren einer orthodoxen Nonne

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Indika scheint vom Teufel besessen

Die orthodoxe Nonne Indika lebt mitten im Nirgendwo in einem alten Kloster, von ihren Ordenschwestern verachtet, weil sie immer wieder die Riten stört und vor allem, weil sie Stimmen hört. Und diese Stimmen können nur von Dämonen oder vom Leibhaftigen selbst sein. Indika leidet, für den Spieler offensichtlich, an einer psychischen Störung. Sie hält sich selbst für besessen, ist allerdings auch fasziniert von den Zweifeln, die ihr der Teufel säht.

Morbide Schönheit im russischen Winter

Als Indika den Auftrag bekommt, einen Brief in ein anderes Kloster zu überbringen, wadert der Spieler mit ihr los: durch ein verschneites Russland, sehr farbentsättigt, meistens in Schwarz, Weiß und Grau. Die Landschaft ist oft öde, die Gebäude sind heruntergekommen, die Industrie verfallen. Trotzdem überrascht diese traurige Welt mit Momenten morbider Schönheit, unterstützt durch überraschende Kameraeinstellungen, die an osteuropäische Arthouse Filme erinnern, und begleitet von einer Musik, die die verstörende Stimmung verstärkt.

Spielentwickler gingen nach Russlandkritik ins Exil

Unterwegs trifft Indika einen entflohenen Gefangenen: Ilja, der meint, dass Gott zu ihm spricht. Mit ihm flieht sie gemeinsam weiter. Sie beide suchen Erlösung. Indika möchte aus dem Klosterleben und der orthodoxen Religion ausbrechen. In der Kritik an Religion und Hierarchie schlägt das Herz dieses Spiels. Die Spielentwickler des Studios Odd Meter stammen aus Russland. Sie kritisierten die Invasion der Ukraine öffentlich als Verbrechen, gingen ins Exil und arbeiten heute von Kasachstan aus.

Kritik an Religion und Machtverhältnissen

Das Spiel kritisiert religiösen Dogmen und religiös begründete Machtverhältnisse, nicht nur in Indikas Dialogen und inneren Monologen, sondern auch spielmechanisch: So sammelt der Spieler durch das Anzünden von Kerzen „Glaubenspunkte“. Gleichzeitig sagt das Spiel explizit, dass es völlig sinnlos ist diese Punkte zu sammeln, die für nichts zu gebrauchen sind. Man erreicht auch nie das nächste Level, egal wie viele Glaubenspunke man sammelt. „Indika“ zeigt, dass neben dem großen AAA-Blockbuster-Mainstream auch immer noch Platz für überraschend tief- und eigensinnige Indie-Games ist.

Trailer zum Videospiel „Indika“

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462 Episoden

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Indika scheint vom Teufel besessen

Die orthodoxe Nonne Indika lebt mitten im Nirgendwo in einem alten Kloster, von ihren Ordenschwestern verachtet, weil sie immer wieder die Riten stört und vor allem, weil sie Stimmen hört. Und diese Stimmen können nur von Dämonen oder vom Leibhaftigen selbst sein. Indika leidet, für den Spieler offensichtlich, an einer psychischen Störung. Sie hält sich selbst für besessen, ist allerdings auch fasziniert von den Zweifeln, die ihr der Teufel säht.

Morbide Schönheit im russischen Winter

Als Indika den Auftrag bekommt, einen Brief in ein anderes Kloster zu überbringen, wadert der Spieler mit ihr los: durch ein verschneites Russland, sehr farbentsättigt, meistens in Schwarz, Weiß und Grau. Die Landschaft ist oft öde, die Gebäude sind heruntergekommen, die Industrie verfallen. Trotzdem überrascht diese traurige Welt mit Momenten morbider Schönheit, unterstützt durch überraschende Kameraeinstellungen, die an osteuropäische Arthouse Filme erinnern, und begleitet von einer Musik, die die verstörende Stimmung verstärkt.

Spielentwickler gingen nach Russlandkritik ins Exil

Unterwegs trifft Indika einen entflohenen Gefangenen: Ilja, der meint, dass Gott zu ihm spricht. Mit ihm flieht sie gemeinsam weiter. Sie beide suchen Erlösung. Indika möchte aus dem Klosterleben und der orthodoxen Religion ausbrechen. In der Kritik an Religion und Hierarchie schlägt das Herz dieses Spiels. Die Spielentwickler des Studios Odd Meter stammen aus Russland. Sie kritisierten die Invasion der Ukraine öffentlich als Verbrechen, gingen ins Exil und arbeiten heute von Kasachstan aus.

Kritik an Religion und Machtverhältnissen

Das Spiel kritisiert religiösen Dogmen und religiös begründete Machtverhältnisse, nicht nur in Indikas Dialogen und inneren Monologen, sondern auch spielmechanisch: So sammelt der Spieler durch das Anzünden von Kerzen „Glaubenspunkte“. Gleichzeitig sagt das Spiel explizit, dass es völlig sinnlos ist diese Punkte zu sammeln, die für nichts zu gebrauchen sind. Man erreicht auch nie das nächste Level, egal wie viele Glaubenspunke man sammelt. „Indika“ zeigt, dass neben dem großen AAA-Blockbuster-Mainstream auch immer noch Platz für überraschend tief- und eigensinnige Indie-Games ist.

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