Hans Bausch Meidapreisträgerin Anna-Katharina Meßmer plädiert für ein Schulfach Medienkunde

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Nur eine „vier bis vier-minus“ gibt die Soziologin Anna-Katharina Meßmer den Deutschen beim Thema Medienkompetenz. Anlässlich der Auszeichnung mit dem Hans-Bausch-Mediapreis entschuldigt Meßmer im Gespräch mit SWR2 jedoch: „Uns fliegen permanent kleine Informationsschnipsel um die Ohren, dann müssen wir sehr schnell entscheiden, was relevant ist – das ist sehr schwer.“

Konkrete Auswirkungen von mangelnder Medienkompetenz auf die Gesellschaft

Mangelnde Medienkompetenz hat jedoch konkrete Auswirkungen auf die Gesellschaft, das zeigen jedenfalls Meßmers Forschungs-Ergebnisse in der Studie „Quelle: Internet? Digitale Nachrichten- und Informationskompetenzen der deutschen Bevölkerung im Test“, die jetzt mit dem Hans Bausch Mediapreis ausgezeichnet wird. Wer zum Beispiel im Netz nicht zwischen einem Informationsangebot und Werbung unterscheiden könne, werde unsicher, welche Inhalte vertrauenswürdig sind – das habe die Corona-Pandemie gezeigt.

Auch die journalistischen Informationsangebote sind in der Pflicht

Meßmer widerspricht Forderungen, dass Bürger*innen einfach mehr verstehen müssten: „Ich sehe auch journalistische Informationsangebote in der Pflicht“, so die . Zwar böten viele Netzangebote und Plattformen inzwischen Faktencheck-Label und ähnliche Verbesserungen an, aber Meßmer meint: Da muss noch mehr passieren, damit diese Informationen leichter und sichtbarer werden." Medienkompetenz ist für Meßmer ein Querschnittsthema. Doch seien Lehrer*innen durch die Pandemie-Anforderungen nicht mehr in der Lage, noch mehr Inhalte im Unterricht anzubieten. Meßmers Folgerung: „Ich plädiere für ein eigenes Fach Medienkunde.“ Dabei sei es ausreichend, zum Beispiel gemeinsam die so genannte „Timeline“ eines sozialen Mediums durchzugehen, um Medienkompetenzen zu stärken. Bei der Vermittlung von Politik durch digitale Anwendungen sieht Meßmer große Fortschritte. Sie nennt als Beispiel die Bundeszentrale für politische Bildung: „Die BpB war eine der Vorreiter*innen hier“, lobt Meßmer ausdrücklich. Anna-Katharina Meßmer ist Jahrgang 1983 und aktiv als Speakerin, Beraterin und Soziologin. Sie war unter anderem für den SPD-Parteivorstand tätig und beriet Gesine Schwan während deren Kampagne zur Bundespräsidentenwahl. Seit Herbst 2019 ist sie Projektleiterin für digitale Nachrichten- und Informationskompetenz bei der Stiftung Neue Verantwortung in Berlin.

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