Ausstellung „Mindbombs“ in der Kunsthalle Mannheim: Kritischer Umgang mit Terrorismus in der Kunst

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Die Ausstellung „Mindbombs“ zeige keine Propaganda und keine Bilder, die direkt von terroristischen Akten stammen, stattdessen würde der künstlerische Filter genau über diese Bildpolitik gelegt, betonte der Kurator der Schau, Sebastian Baden, in SWR2. „Es ist der Versuch, alle Facetten der Instrumentalisierung des Kampfbegriffs Terrorismus darzustellen“. Man könne den Terrorismusbegriff so wie wir ihn verwenden, eigentlich nicht verwenden, „weil es immer darum geht, das Andere zu brandmarken“, kritisierte Baden. „Auch wenn es um politische Gewalt geht, möchten wir zeigen, dass die Komplexe dahinter wirklich vielseitig sind und man immer unterschiedliche Perspektiven beleuchten muss“. Just dies versuche die Kunsthalle Mannheim zu tun und wolle damit erreichen, den Besuchern und Besucherinnen einen Werkzeugkoffer mit nach Hause zu geben, damit sie kritischer und aufmerksamer auf Bilder schauen können. „Man lernt in der Schule lesen, aber Bilder betrachten, das ist eben Aufgabe des Museums“, so Baden. Grundsätzlich sei das Verhältnis der Kunst zum Terror tatsächlich ambivalent, räumte Baden ein. Er selbst spreche in diesem Zusammenhang vom „Stockhausen“ Syndrom. Sein Haus zeige in der Ausstellung „Mindbombs“ allerdings ausschließlich Künstler und Künstlerinnen, die kritisch mit dem Terrorismusbegriff umgingen, vor allem mit dem ideologischen Hintergrund. Im Zentrum stünden Arbeiten, die von Eduard Manets Exekution Kaiser Maximilians in Mexiko über Gerhard Richters Arbeit zu 9/11 bis hin zu Henrike Naumann, die sich in ihrer Kunst u. a. mit einem Reichsbürger aus Schwetzingen beschäftigt habe. Damit spanne die Ausstellung den Bogen vom sozialrevolutionären über den rechtsextremen bis hin zum religiös motivierten Terrorismus.

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