Kaff - erklärt von Sandra Richter

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Das Kaff bezeichnet abwertend einen kleinen Ort, der alles andere als eine Idylle ist - eher öde und unattraktiv. Das Kaff ist ein Nest und in dem ist einfach nichts los. Entstanden ist der Begriff im 19. Jahrhundert vermutlich aus dem Rotwelschen oder / und auch aus dem Jiddischen - das westjiddische „Kefar“, das wiederum hebräische Wurzeln (kafar = Dorf) hat und das jiddische Kaf(f)er, was „Bauer, Dörfler“ bedeutet. Literarisch hat Arno Schmidt dem Wort in seinem Roman „Kaff“ (1960) ein Denkmal gesetzt. Jiddisch entstand im Mittelalter aus der deutschen Sprache - möglicherweise in Ghettos verband sich die hebräische und deutsche Sprache zu einem Dialekt. Von Deutschland breitete sich das Jiddische nach Osteuropa aus, vermischte sich mit Wörtern des Slawischen und entwickelte sich zu einer selbständigen Sprache. Bis zum Holocaust war das Jiddische noch sehr lebendig - mehr als zehn Millionen Menschen sprachen Jiddisch. Während Hebräisch die Sprache der Religion war, wurde Jiddisch im Alltag gesprochen.

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