Jazzpreis-Trägerin Fola Dada: „Jazz ist in Deutschland immer noch eine Männerdomäne“

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Unterwegs in verschiedenen Formationen

Diese Qualitäten haben ihr über die Jahre auch besondere Begegnungen mit anderen großartigen Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht. Und erst kürzlich hat Fola Dada für ihre musikalischen Verdienste den Deutschen Jazzpreis 2022 in der Kategorie Vokal national erhalten. Fola Dada ist unterwegs in verschiedenen Formationen – sie tritt als Frontfrau bei der Band von Hellmut Hattler auf, ist Sängerin der SWR Big Band, zu Gast bei zahlreichen renommierten Künstler*innen. Aber sie hat auch eigene Ensembles ins Leben gerufen und bewegt sich im Duo mit dem Pianisten Rainer Tempel zwischen Kunstlied und Jazz.

Jazz ist in Deutschland immer noch eine Männerdomäne

Fola Dada erzählt aus ihrem reichen Erfahrungsschatz als Jazzmusikerin, Gesangsprofessorin und Dozentin an mehreren Musikhochschulen, sowie als Leiterin ihrer eigenen Gesangsschule STIMMWERK in Stuttgart. Dass der Jazz in Deutschland noch immer eine Männerdomäne ist, beobachtet sie auch bei den Studierenden mit Sorge. Zwar seien Frauen im Jazzgesang sehr stark vertreten, auch recht gut noch beim Instrument Klavier, sagt sie, aber bei den sogenannten „Männerinstrumenten“ Trompete und Schlagzeug würde es dann sehr dünn.
„Ich lerne durch Schulprojekte Schulbands kennen, in denen sehr wohl Mädchen dabei sind, die alle möglichen Instrumente spielen. Die landen schon mal nicht in den Studiengängen. Und selbst wenn sie einen Studiengang besucht haben, landen sie nicht in der Szene.“

Quelle: Fola Dada

Der Prozess zur Gleichberechtigung im Jazz wird noch dauern

Die Gründe dafür, dass junge Frauen auf dieser Strecke sich schließlich doch entscheiden würden, andere Wege zu gehen, müssten unbedingt erforscht werden, sagt Fola Dada. Dieser Prozess hin zu einer größeren Gleichberechtigung in der Jazzszene werde aber noch dauern. Einen möglichen Anstoß für eine Verbesserung der Situation sähe sie zum Beispiel im Schaffen von Vorbildern, sagt sie gegenüber SWR2.
„Insofern kann ich schon einmal ganz glücklich sagen: Vielleicht Dank Esperanza Spalding, Sängerin und vor allem Kontrabassistin, sehe ich einige Jazzkontrabassistinnen an den Hochschulen, was mich wahnsinnig freut.“

Quelle: Fola Dada

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