Seyran Ateş - erste deutsche Imamin

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Von Cathrin Jacob und Kim Seidler, Cathrin Jacob, and Kim Seidler entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.

Seyran Ateş wurde am 20. April 1963 in Istanbul, Türkei geboren und lebt seit dem 6. Lebensjahr in Deutschland. Seyran ist eine deutsche Rechtsanwältin, Autorin und Frauenrechtlerin türkischer und kurdischer Abstammung, Gründerin der ersten Liberalen Moschee bn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin von insgesamt 1.200 Moscheen in Deutschland. Die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee steht für einen liberalen Islam, der die politische und religiöse Macht voneinander trennt und sich um eine zeitgemäße und geschlechtergerechte Auslegung des Koran und der Hadithen bemüht. Dass dies sehr wichtig ist, beweisen die bis heute nahezu tägliche Vielzahl von Anfeindungen und Morddrohungen, weshalb sie rund um die Uhr unter polizeilichem Personenschutz steht. Auf ihrer Homepage schreibt sie selbst:


"Da ich mich explizit mit patriarchalen Strukturen im Islam beschäftige und Migrationsfragen in türkisch-kurdischen Parallelgesellschaften in Deutschland dann kritisiere, wenn aus den Parallelgesellschaften Hass und Gewalt verbreitet wird, werde ich oft von Islamisten und türkischen Nationalisten angefeindet. Vor allem werde ich aber von Männern und Frauen angefeindet, die nicht nur ein konservatives, sondern ein mittelalterliches Geschlechterrollenverständnis haben.

Ich bin gläubige Muslimin. Dies irritiert viele Menschen, sowohl Atheisten, Christen und Juden als auch Muslime. Die einen sind der Ansicht, dass ich mich vom Islam verabschieden müsste, weil er frauenfeindlich sei, die anderen meinen, dass ich keine Muslimin sein kann, wenn ich nicht so bin wie sie selbst."


Sie befasst sich als Anwältin in Berlin hauptsächlich mit Strafrecht und Familienrecht und engagiert sich in der deutschen Ausländerpolitik. 1984 wurde sie bei einem Attentat auf ihre Mandantin Fatma E., bei dem diese verstarb, lebensgefährlich verletzt.Wegen gewalttätiger Angriffe und Bedrohungen durch Prozessgegner sowie wegen Anfeindungen von verbandspolitischer Seite gab sie im Jahr 2006 vorübergehend ihre Anwaltszulassung zurück und zog sich 2009 nach neuen Morddrohungen ganz aus der Öffentlichkeit zurück. Seit 2011 tritt sie erneut in der Öffentlichkeit auf und eröffnete 2012 ihre Anwaltskanzlei wieder. Sie war Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und nahm am Integrationsgipfel der Bundesregierung teil.


Hier findet ihr alle Folgen und unsere Kontaktdaten.



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