Was haben Alkohol und Feminismus miteinander zu tun (Teil 2)

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Weiter geht's mit unserem Gespräch über Feminismus - Mika und Mia überlegen, was die Temperenz und Mäßigungsbewegungen von damals wohl mit der von heute zu tun haben könnte. Mika äußert ihre Theorie, wieso die Suchttherapie von der Rentenversicherung und nicht von der Krankenkasse übernommen wird und begibt sich auf sehr dünnes Eis, als sie versucht Mia deutsche Burschenschaften zu erklären. Insgesamt findet sich sowieso jede Menge Halbwissen in dieser Folge. Aber trotzdem: Irgendwas sind wir da auf der Spur.

Mehr Infos über Burschenschaften, ist der Dokumentarfilm "Germania" ein guter Startpunkt. Hier ein Interview mit dem Regisseur.

Bücher:

The White Logic: Alcoholism and Gender in American Modernist Fiction von John William Crowley.

Wer mehr über Ottilie Hoffmann lernen möchte: In "Der Geist der Deutschen Mäßigungsbewegung" findet sich ein längerer Abschnitt über ihr Leben.

Im selben Buch schreibt Hasso Spode über Alkoholismus im Nationalsozialismus:

"Der bislang akademische Streit über das Ausmaß der [...] "Keimschädigung" durch Alkoholkonsum wurde für die Betroffenen zur Schicksalsfrage. Der Anteil der unheilbaren, "auszumerzenden" Fäbbe definierte man vage mit 50 %. Wegen "schweren Alkoholismus" wurden dann Zehntausende zwangssterilisiert. Eine unbekannte Zahl an Trinkern und Trinkerinnen wurde zur "Besserung" in Arbeitslager überstellt.

Sowie Wolfgang Heckmann:

"[Es waren] viele prominente Parteimitglieder bekennende Alkoholfreunde und Vorratshalter. Sie einfach als rassisch minderwertig einzustufen war kaum möglich. Es gab deshalb den [...] Ausweg in die Unterscheidung von abstinenz und mäßigungsfähigen Trinkern und von den schwer Abhängigen. So konnten die Rassenidelogie einerseits und die Bagatellisierung der Verhaltensweisen eigener Parteigänger andererseits aufrechterhalten werden."

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