Das letzte Stündchen: #11 mit Markus Zimmermann

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Wir reden übers Sterben.

«Die Autonomie, die Selbstbestimmung ist zu einem Zauberwort geworden und gleichzeitig fällt sie uns wieder auf die Füsse», sagt Prof. Dr. theol. Markus Zimmermann. Der Theologe und Ethiker befasst sich seit Jahren mit dem Sterben und hat dabei viele Erkenntnisse gewonnen. Nicht zuletzt als Präsident der Leitungsgruppe des Nationalen Forschungsprogramms «Lebensende» konnte er sich ein umfassendes Bild vom Sterben in der Schweiz machen.

Weil wir Autonomie und Selbstbestimmung grossschreiben, sagt er, sind wir letztlich gezwungen, uns mit unserem eigenen Sterben zu befassen. Wir müssen uns vorbereiten. Das Problem: Das Sterben in der Schweiz findet fast ausschliesslich in Institutionen statt, wo nur mehr wenige Menschen damit in Berührung kommen.

«Es gibt eine gewisse Entfremdung der Menschen in der Schweiz zum Sterben», so Zimmermann.

Und darum müssen wir darüber reden, übers Sterben. Diese Erkenntnis ziehe sich wie ein roter Faden durch die Ergebnisse des Nationalen Forschungsprogramms «Lebensende». Aber – ihr ahnt es schon – es ist kompliziert. Denn gerade das öffentliche Reden über das eigene Sterben hat auch eine Kehrseite: Etwas Intimes wird an die Öffentlichkeit gezerrt und dadurch verfremdet. Diese Kritik sei berechtigt, findet Markus Zimmermann. Widerspruch? Vielleicht. Aber nicht unbedingt. Ein Gespräch über Selbstbestimmung, über Druck, Forderung und Überforderung, sich mit dem eigenen Sterben zu befassen. Über schwierige Gespräche und schwierige Entscheidungen, über die sogenannte tiefe Sedierung, in der immer mehr Menschen sterben, (spirituelle) Leiden am Lebensende und über die Frage, was es braucht, damit Menschen bis zuletzt gut begleitet sein können. Das Buch, das in dieser Folge zur Sprache kommt, heisst «Das Lebensende in der Schweiz - individuelle und gesellschaftliche Perspektiven». Es kann kostenlos als PDF heruntergeladen oder in der Printausgabe bestellt werden.

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