#138 Tipps für den Start in deine hauptberufliche Selbstständigkeit – was ist besser: all in oder safety first?

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Von IT-founder and Tobias Ziegler entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.

Diesmal soll es um die Frage gehen: Wenn du bereits nebenberuflich gegründet hast, wann ist denn dann eigentlich der richtige Moment, um hauptberuflich selbstständig zu werden?

Mehr findest du auf: www.it-founder.de/folge138

Schwierig, doch nicht unmöglich Diese Frage ist deshalb so schwer, weil man dafür einiges hinter sich lassen muss. Solange man angestellt ist, hat man ein festes Einkommen. Man hat Arbeitskollegen, wichtige Meetings an der Kaffeemaschine (oder in der heutigen Zeit eben Onlinemeetings) und steht vor dem Fakt, all das aufgeben zu müssen, wenn man selbstständig sein will. Du musst dich auf einmal darauf verlassen, dass du selber in der Lage bist, genug Umsatz zu machen, um davon gut leben zu können.

Ich kenne diese Situation zu Genüge von den Kunden in meinem Coaching. Und ich kenne es von mir selber! Ich war selber in der Situation, dass ich nebenberuflich gegründet habe, mein erstes Business lief komplett nebenberuflich und auch die nächsten Firmen habe ich nebenberuflich gegründet und bin dann erst später in die hauptberufliche Selbstständigkeit gegangen. Genauso kenne ich aber auch die Stimmen derer, bei denen alles glatt läuft: Deren Firmen laufen so geil, sie können alle Rechnungen bezahlen, genügend Aufträge akquirieren und entscheiden, was immer sie wollen. Die einen machen einen dicken Urlaub, die anderen reinvestieren. Aber alle wissen, wofür sie es machen. Die Hauptmotivation ist nicht Geld – gutes Geld zu verdienen ist nice to have, aber der Hauptantrieb ist die Freiheit. Für wen man das macht, selber entscheiden zu können, Dinge selber umsetzen zu können.

Sofort all in zu gehen ist nicht das, was mich überzeugt. Ich bin eher ein Verfechter davon zu sagen, wenn man eine Idee hat, sollte man die erstmal ausprobieren, bevor man alles darauf setzt. Man sollte sich Feedback vom Markt holen, schauen, ob man überhaupt in der Lage ist, Kunden zu akquirieren, Spaß an den Aufträgen zu haben, Geld reinzuholen (welches dann auch ausreicht) und so weiter. Wenn das jetzt soweit läuft, super, aber dann kommt man irgendwann in die nächste Falle – und diese hat man sich selber aufgebaut: Man kann plötzlich nicht noch mehr Aufträge annehmen, weil der Hauptjob einen genug einnimmt. Jetzt hast du die Last und die Verantwortung aus beiden Welten auf den Schultern und musst entscheiden: Wann löse ich mich von meinem Hauptjob?

Szenario 1: Ich teste meine Geschäftsidee Ich habe also diese Idee, weiß aber zu dem Zeitpunkt noch nicht, ob das marktfähig ist. Also fange ich nebenberuflich an, akquiriere meine ersten Kunden, verkaufe die ersten Produkte/Dienstleistungen, bekomme Feedback vom Markt. Meine Leistung ist gefragt, ich bin in der Lage, die Projekte erfolgreich umzusetzen. Es macht Spaß und am Ende steht auf der Rechnung auch ein Betrag, für den sich das Ganze für mich lohnt. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, ich habe meine Bestätigung, es gibt keine Fragezeichen mehr und ich kann jetzt Gas geben. Wenn du jetzt auch noch Rücklagen hast, die dich die ersten paar Monate über Wasser halten würden, bis der Umsatz flüssig läuft, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt zu gehen und zu sagen, du kündigst und konzentrierst dich voll auf deine Selbstständigkeit.

Szenario 2: Ich habe Verpflichtungen Ich habe Familie, ein Haus abzuzahlen, keinerlei Rücklagen, dass ich einfach mal sagen könnte, das nächste halbe Jahr lebe ich von Erspartem oder so. Neben dem Beweis, dass die Geschäftsidee funktionieren kann, kommt jetzt also auch noch der wirtschaftliche Zwang dazu, Geld zu verdienen. In diesem Moment muss ich schlicht und ergreifend ausrechnen, wie viel Geld ich denn eigentlich verdienen muss, damit ich davon leben kann. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Du kannst entweder dein nebenberufliches Engagement so hochfahren, dass du nah an diese Summe dran kommst, dir einen Puffer aufbaust. Das hat aber einen riesen Haken: Du musst über Monate hinweg 150 % oder noch mehr deiner Leistung, deiner eigenen Ressourcen abrufen. Das geht über einen kurzen Zeitraum vielleicht gut, aber mach es auf keinen Fall zu lang. Schau dir genau an, welchen Zeitraum es zu überbrücken gilt und dann mach dir Gedanken, wie du kurzfristig an Geld kommen kannst damit das klappt. Alternativ kannst du auch hingehen und dir ein Team aufbauen oder Dienstleistungen und Produkte zu kaufen, vermitteln, weiterverkaufen. So hängt nicht alles allein an deinen Ressourcen. Szenario 3: Ich baue im Hintergrund an meinem Erscheinungsbild Ich kann mich vorbereiten und lediglich den Call to Action und die Werbung hinten anstellen. Aber mein Internetauftritt steht schon, meine Sichtbarkeit wird besser, mein Name taucht immer wieder auf. Ich habe die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, aus denen in ein paar Monaten dann starke Aufträge werden. Die Menschen sehen immer wieder meinen Namen in Verbindung mit einem bestimmten Thema. Es gibt so viele Dinge, die du nebenher schon machen kannst. Baue deinen Expertenstatus aus. Wenn du dann die Kapazität hast, dann kannst du relativ leicht ernten.

Ich bin natürlich super gespannt, wo du gerade stehst. Wenn du also jetzt mit diesen Fragen beschäftigt bist, dann komm in die IT-founder – Facebookgruppe, wir sind mittlerweile über 800 Mitglieder, die sich austauschen und gegenseitig helfen. Schick mir auch gerne ein kurzes Feedback, welche Frage dich gerade umtreibt oder ob du schon all in gegangen bist. Ansonsten wünsche ich dir ganz ganz viel Erfolg mit deinem Business und bis bald!

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