MK64: Wortakrobat und Ideenstifter - der Autor Nils Mohl

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Interview zwischen dem Jenfelder Autor Nils Mohl und Antje Hinz

Nils Mohl bewegt sich mit geschärften Sinnen durch die Welt: aufmerksam hinsehen, genau hinhören, empfindsam hineinfühlen, scheinbar Alltägliches hinterfragen. Wenn Nils Mohl diese besonderen Fähigkeiten aus seinem Werkzeugkasten holt, entstehen überraschende Dinge. Sie eröffnen einen anderen, oft frischen Blick auf die Welt. In seinen Gedichten zeigt er, dass die Welt auch ganz anders sein kann, als sie scheint. Ein Haiku ist ein japanisches Gedicht, das einer strengen Struktur mit drei Zeilen und je 5-7-5-Silben folgt. Bei genauerem Hinsehen verbirgt es aber auch zwei Tiere: Hai und Kuh. Nils Mohl zaubert sie hervor. Er macht Verborgenes sichtbar und Alltägliches besonders – sowohl in seinen Gedichten als auch in seinen Romanen. Die Heldinnen seiner Bücher sind meist jugendlich, stehen an ersten Wegweisern des Lebens, schwanken voller Fragen und sind zugleich beflügelt von starken Gefühlen, von Jugendträumen und erster Liebe. Diese Mischung wirkt als Treibstoff: für die Heldinnen und die Texte von Nils. Sie schäumen und brodeln, packen und erregen, in gedruckter Form und adaptiert für die Leinwand. Für zwei Kinofilme hat Nils Mohl die Drehbücher verfasst: „Es war einmal Indianerland“ und „Es gilt das gesprochene Wort“, das den Deutschen Filmpreis in Bronze erhielt. Inspiriert vom New York und den Graffiti im Stadtteil Bushwick im Norden des Stadtbezirks Brooklyn möchte Nils Mohl gemeinsam mit dem Jenfeld-Haus und weiteren Partnerinnen die „Jenfeld-Galerie“ ins Leben rufen. Das Konzept: Eine Fotografin portraitiert Menschen aus dem Stadtteil, ein bekannter Graffiti-Künstler stilisiert sie zu Collagen und überträgt die Entwürfe auf die große Leinwand, direkt am Jenfeld-Haus. Die Mission: ein Open-Air- bzw. Freiluft-Museum zu schaffen, das zu den Menschen kommt. Schweppe: „Zunächst einmal zu den Bewohnerinnen in Jenfeld. Die Graffiti-Wandbilder sollen ihnen das Gefühl geben, dass sie und ihr Stadtteil etwas ganz Besonderes sind."

Die Jenfeld-Galerie wird gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg - Bezirksamt Wandsbek, Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE).

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