#41 - Schlimmer als ein Pogrom

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Artikel aus der "Kameradschaft" von Dezember 1938

"Die ganze Welt ist tief erregt über das, was in Deutschland geschieht. Das Wort "Pogrom" ist in aller Mund. Man glaubt, damit die Ausschreitungen als besonders barbarisch zu kennzeichnen. Aber man erkennt nicht, dass das, was da geschehen ist, schlimmer ist als ein Pogrom."

Denn Pogrome, so die Verfasser, seien Affekthandlungen. Und sie seien Einzelhandlungen, die nur an einer Stelle vorkommen. Was aber in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 passiert, geschieht nicht im Affekt. Im Gegenteil. Im Artikel heißt es dazu:

"Die Aktionen in Deutschland wurden nicht von sinnlosen Volksmassen ausgeführt. Sie waren kalt berechnet, und planmässig organisiert. […] Sie sind kein Ergebnis des "Volkszornes". Die Menschen waren zur Ausführung befohlen, die Häuser listenmässig bezeichnet. Die Zahl der "Stürmer", etwa 15 für jedes Haus, waren vorher ausgesucht und bestimmt. Die Aktionen setzten zur gleichen Stunde ein, sie erfassten jede Stadt, es wurde jedes Geschäft zerstört, fast jede Privatwohnung heimgesucht, es wurde jede Synagoge, sogar jedes kleinste Gebetshaus angezündet. Fast alle Männer zwischen 17 und 70 Jahren wurden verhaftet. Man brachte "sachgemässes" Werkzeug mit."

Auszug aus "Die Kameradschaft" von Dezember 1938

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