Folge 79: P2P-Kredite

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Von Albert Warnecke und Daniel Korth, Albert Warnecke, and Daniel Korth entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.
Welchen Part spielen P2P-Kredite in meinem Rendite-Orchester?

In diesem Podcast begrüßen wir Lars Wrobbel, einen der Paten der deutschen P2P-Szene im Podcast. Nachdem die Höflichkeiten ausgetauscht sind, stellt der Finanzwesir die Gretchenfrage: Ist P2P-Investing denn auch CO2-neutral? Mann. Finanzwesir, das ist die Greta-Frage, die Gretchenfrage ist faustisch und

"bezeichnet als Gattungsbegriff eine direkte, an den Kern eines Problems gehende Frage, die die Absichten und die Gesinnung des Gefragten aufdecken soll. Sie ist dem Gefragten meistens unangenehm, da sie ihn zu einem Bekenntnis bewegen soll, das er bisher nicht abgegeben hat."
Wikipedia

Also noch mal! Die Frage nach des Pudels Kern:

Brauche ich überhaupt P2P-Kredite?

Ich teile mein Vermögen in zwei Gruppen

  • Der Stabilitätsanker (RK1, Petrus-Anteil): Bringt keine Rendite, bleibt aber in der größten Krise stabil => Tagesgeld (bedingt), erstklassige Anleihen
  • Der Rendite-Teil (RK3, Mr. Market): Schwankt im Wert. Das nervt, bringt aber Rendite.

Ziel ist es die Rendite bei möglichst geringer Schwankung zu erzielen. Dazu kombiniere ich unkorrelierte Mr. Markt-Anteile miteinander. Diversifikation über unkorrelierte Renditebringer, das sorgt für ruhigen Schlaf. Das sagt unter anderem auch der legendäre Ray Dalio.

Welchen Part spielen P2P-Kredite in diesem Rendite-Orchester?

Breit diversifizierte Aktien-ETFs liefern langfristig 9 % Rendite vor Steuern und Inflation.
P2P-Marktplätze versprechen Renditen von 15 % und mehr. Aber wenn ich meinen Bloggerkollegen trauen darf: In der Realität wird aus dem "mehr als 15 %" ein "so rund 10 %". Aber eine riskante Anlageklasse, die rund 10 % bringt habe ich schon. Das sind meine ETFs.

Wie korrelieren P2P-Kredite mit Aktien?

Wenn es keine negative Korrelation gibt, bringt mir P2P nur operative Komplexität und keinen Vorteil, da das Risiko nicht gedämpft wird. Wenn die Aktien abstürzen, werden auch die P2P-Kredite faul.
Wenn alles im Gleichtakt in die Grütze geht, brauche ich es nicht.

Erleben Sie im Podcast, wie Lars sich rauswindet ;-)

Wir hätten da noch ein paar taktische Fragen

Wie sieht die Prozesskette aus?

Nehmen wir als Beispiel Mintos. Auf der Seite "Darlehenanbahner" stellt das baltische P2P-Unternehmen seine 60 Darlehensanbahner vor. Unter anderem Cashwagon.

"Cashwagon ist ein schnell wachsender internationaler FinTech-Dienstleister, der 2017 gegründet wurde. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Singapur ist in fünf Ländern tätig - Sri Lanka, Indonesien, Vietnam, Kambodscha und den Philippinen.

  • Ein Vietnamese braucht einen Kredit.
  • Cashwagon vergibt diesen Kredit.
  • Cashwagon bündelt die Kredite.
  • Das Bündel landet in Riga auf den Mintos-Servern.
  • Dann kommt Ihr Autoinvest und finanziert Teile dieses Kreditbündels. Dann sammelt er noch ein paar polnischen Efaktor-Kredite ein und über die kasachische Kredit24 ist auch ein bisschen Borat am Start.

Ist das jetzt gelebte Globalisierung oder operative Intransparenz?

Frage zu den Zinshöhen

  • AlexCredit aus der Ukraine: Prozentualer Jahreszins, der den Kreditnehmern in Rechnung gestellt wird: 350%-640%
  • CashWagon: Effektiver Jahreszins zu Lasten des Kreditnehmers: 290%-805%

Diese Zinshöhen sind exorbitant. Warum?

  • Wie läuft das Banking in diesen Ländern ab?
  • Welche Zinsen sind normal (in dem Sinne, dass sie auch bezahlt werden können)?
  • Wie lange ist die Kreditlaufzeit.

Da Lars die meisten baltischen P2P-Plattformen persönliche besucht hat, kennt er die Hintergründe. Die Kreditvergabe läuft in Ländern wie Vietnam oder der Ukraine ganz anders ab als bei uns. Sehr interessant!

Ich will anlegen

Bevor Sie einfach mal ein paar Euro überweisen: Hören Sie sich die operativen Tipps an, die Lars auf Lager hat. Wir fragen unter anderem nach diesen Punkten:

  • Wo liegen die Unterschiede zu den deutschen Crowdinvesting-Anbietern? (Bspw. Nachrangdarlehen, höherer Einsatz)
  • Lass uns einen Blick auf die Privatkredite werfen. Welche Arten gibt es?
  • Das Thema Immobilien-P2P-Kredite wird immer größer. Hier gibt es aber deutliche Unterschiede zu den deutschen Crowdfunding-Plattformen? Worauf muss ich hier achten?
  • Ein relativ neuer Bereich bei den P2P-Krediten sind größere Crowdfunding-Projekte. Worum handelt es sich dabei und worauf sollte man da achten?
  • Wie viele Plattformen hast Du jetzt insgesamt getestet und welches ist Deine Lieblingsplattform?
  • Mittlerweile kommt gefühlt jede Woche eine neue Plattform raus. Einige wirken auf Anhieb nicht sonderlich vertrauenserweckend. Bei anderen, die schon etablierter sind, wird hinter vorgehaltener Hand von Scam (Vorschussbetrug) gemunkelt. Wie kann ich mich als Anleger davor schützen?
  • In Großbritannien ist mit Lendy erst vor kurzem eine Plattform pleite gegangen. Wenn tatsächlich eine Rezession kommen sollte, wird es noch deutlich mehr erwischen. Wie lautet hier Dein Tipp, damit ich nicht blind ins offene Messer laufe?

Fazit Finanzwesir

Lars hat wirklich eine überzeugende P2P-Lanze gebrochen. Dennoch halten mich diese Dinge nach wie vor davon ab, mein Geld in P2P-Kredite zu investieren:

  • Die Marktplätze haben nur bedingt "Skin in the Game". Die Marktplätze leben hauptsächlich von den Gebühren, die sie erheben.
  • Auf manchen Märkten haben insitutionelle Anleger ein Vorkaufsrecht. Ich bekomme nur die Kredite, die die Risikoabteilung des Instis nicht will. Ich verstehe nicht, wo ich mit Instis konkurriere und wo nicht.
  • Stresstest: Kein P2P-Marktplatz bis jetzt eine echte Finanzkrise durchgemacht. An dieses putzige Entschädigungsgerede glaube ich so wenig, wie an die Einlagensicherung.
  • Die Risikokette, die den Schuldner in Vietnam mir mir als Kreditgeber verbindet hat viele Glieder. Wann reißt eines dieser Kettenglieder? Das kann ich nicht abschätzen.
  • Da die Plattformen wachsen wollen, müssen immer mehr Schuldner gefunden werden. Dabei darf die Qualität der Schuldner aber nicht sinken. Wann ist die Ressource "zahlungsfähiger und zahlungswilliger Schuldner" erschöpft?

Links zum Thema

Lars im Web

Das P2P-Buch

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