Folge 108: Chinese Democracy

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Auf ins Reich der Mitte: Eure Podcast-Crew hat heute eine Sonderfolge mit chinesischer Literatur im Gepäck. Im Vorgeplänkel sprechen wir zunächst allgemein über Literatur aus autoritären und totalitären Staaten. Was ist von Büchern zu halten, die der Zensur standgehalten haben – kann man den Stimmen trauen oder sind „own voices“, die dem System entkamen, die einzig „wahren“ Quellen? Diskussionswürdige Beispiele gibt es reichlich, wir stellen euch eine Auswahl vor.

Wisst ihr noch, damals, als Corona so ein Ding im fernen China war? In ihrem „Wuhan Diary“ beschreibt die chinesische Autorin Fang Fang den zweimonatigen Lockdown der Metropole zu Beginn der Pandemie. Da sie gut vernetzt ist, kann die Autorin viele Einwohner*innen sprechen lassen und spart auch nicht mit (für unsere Verhältnisse eher harmloser) Kritik an den Verantwortlichen, was zur wiederholten Löschung ihrer Einträge im Internet führte. Zum Glück hat das Tagebuch den Weg zu uns gefunden, denn es ist ein wichtiges Zeitdokument, das an Aktualität kaum zu überbieten ist.

Nicht nur eine, sondern gleich 17 Erzählungen des Genres Science Fiction bietet die Kurzgeschichtensammlung „Zerbrochene Sterne“. Herausgeber Ken Liu zeigt, wie vielfältig die chinesische Literatur das Genre bearbeitet und dabei auch westliche Leser*innen ohne große Vorkenntnisse anspricht. Die Geschichten sind nicht nur kreativ umgesetzt, sondern haben auch inhaltlich einiges zu bieten: Große gesellschaftliche Themen werden emotional und persönlich präsentiert, und an vielen Stellen blitzen überraschende Inspirationen auf.

Die semi-autobiographische Novelle „Die Klassenkameradinnen“ von Eileen Chang gilt als moderner Klassiker und erzählt die Geschichte zweier Freundinnen, deren Leben von den gesellschaftlichen Umwälzungen in China geprägt werden. Die Protagonistin wird in eine einflussreiche Familie geboren und überwirft sich mit deren traditionellen Vorstellungen – Politik und Schicksal bestimmen den weiteren Weg der Frauen über die folgenden Jahre. Ein auch narrativ sehr interessanter Schlüsselroman, der zu weiteren Erkundungen der chinesischen Geschichte animiert.

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Timecodes:

00:00:00 - Vorgeplänkel: Literatur aus autokratischen/totalitären Staaten 00:21:22 - "Wuhan Diary" von Fang Fang 00:40:41 - "Zerbrochene Sterne", herausgegeben von Ken Liu 00:57:55 - "Die Klassenkameradinnen" von Eileen Chang

Buch-Infos:

Titel: Wuhan Diary: Tagebuch aus einer gesperrten Stadt
Autorin: Fang Fang
Übersetzung: Michael Kahn-Ackermann
Verlag: Hoffmann & Campe (2020)
Preis (Buch/eBook): 25,00 € / 19,99 €
Länge: 352 Seiten
Genre: Tagebuch, Faschismus
Form: Hardcover
ISBN: 978-3455010398
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Titel: Zerbrochene Sterne
Herausgeber: Ken Liu
Autor*innen: Cixin Liu, Hao Jingfang, Quifang Chen, etc.
Übersetzung: Karin Betz, Marc Hermann, etc.
Verlag: Heyne (2020)
Preis (Buch/eBook): 16,99 € / 13,99 €
Länge: 672 Seiten
Genre: Kurzgeschichten, Sci-Fi
Form: Broschiert
ISBN: 978-3453320581
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Titel: Die Klassenkameradinnen
Autorin: Eileen Chang
Übersetzung: Susanne Hornfeck, Wang Jue
Verlag: Ullstein (2020)
Preis (Buch/eBook): 18,00 € / 15,99 €
Länge: 96 Seiten
Genre: Novelle, Ausgrenzung
Form: Hardcover
ISBN: 978-3550050145
Links: Verlag | LChoice (Affiliate)

Der Beitrag Folge 108: Chinese Democracy erschien zuerst auf Papierstau Podcast.

Kapitel

1. Vorgeplänkel: Literatur aus totalitären/autokratischen Staaten (00:00:00)

2. "Wuhan Diary" - Fang Fang (00:21:21)

3. "Zerbrochene Sterne" - Ken Liu (00:40:40)

4. "Die Klassenkameradinnen" - Eileen Chang (00:57:54)

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