Anne Jung zur ungerechten globalen Impfstoff-Verteilung: „Das ist ein Skandal“

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„Völlig unausgewogen und unfair“, so hat UN-Generalsekretär Guterres die Verteilung von Corona-Impfstoffen auf der Welt genannt. Ein Beispiel: demnächst erwartet die panafrikanische Gesundheitsbehörde eine Million Impfstoff-Dosen, die dann auf 20 Länder verteilt werden müssen. Die EU hingegen hat vor Kurzem noch mal nachbestellt: 300 Millionen Dosen. Auch bei den Kosten ist „die Welt auf den Kopf gestellt“, sagt Anne Jung von der Hilfsorganisation Medico International im Gespräch mit SWR2. „Südafrika zum Beispiel zahlt für den AstraZeneca zweimal so viel wie wir hier in Europa“. Jung begründet dieses Ungleichgewicht auch mit der Schwäche von internationalen Organisationen wie der WHO. Medico International setzt sich dafür ein, dass Pharma-Unternehmen die Corona-Impfstoffe lizensieren, damit sie an verschiedenen Orten der Welt hergestellt werden können. „Das ist ein Skandal, weil die Pharma-Industrie Milliarden bekommen hat für die Entwicklung des Impfstoffs, es geht nicht darum, der Pharma-Industrie das Geschäft kaputt zu machen. Sondern darum im Interesse der Menschheit den Impfstoff möglichst schnell für möglichst viele Menschen zu einem möglichst günstigen Preis herzustellen“, so Jung.

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