Zurück zum Thema | Sargpflicht und Co: Muss das sein?

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In der Erde, in einem sogenannten Kolumbarium oder doch im Meer? Bestattungswünsche gehen weit auseinander. Einige davon lassen sich in Deutschland nicht erfüllen. Das liegt unter anderem am deutschen Bestattungs- und Friedhofsrecht, das zum Beispiel einen Friedhofszwang und in manchen Bundesländern eine Sargpflicht vorsieht.

Bestattungskultur in Deutschland

Das Bestattungsrecht in Deutschland ist Sache der Bundesländer. Trotz vieler regionaler Unterschiede gilt überall in Deutschland der sogenannte Friedhofszwang. Der besagt, dass Menschen nur an einer Stelle bestattet werden dürfen, die offiziell als Friedhof ausgewiesen ist. Das können in Deutschland ein klassischer Friedhof, ein Bereich in der Ost- oder Nordsee, aber auch Wald- und Wiesenstücke sein.

In manchen Bundesländern gilt zudem die Sargpflicht. Das heißt, dass die verstorbene Person in einem Sarg beerdigt oder in einem Sarg eingeäschert wird. Viele Bundesländer haben diese Regel mittlerweile abgeschafft oder gelockert: Anfang April wurde nach jahrelangen politischen Diskussionen auch in Bayern die Sargpflicht abgeschafft.

Warum ist die Sargpflicht ein Problem?

Nach der islamischen Tradition werden die Verstorbenen in einem Leinentuch beerdigt. Eine Bestattung in einem Sarg oder die Kremierung des Leichnams ist nicht vorgesehen. Außerdem sollen die Verstorbenen nach Mekka ausgerichtet werden. Die Zahl der Bestattungen von muslimischen Menschen in Deutschland wächst zwar, trotzdem entscheiden sich noch immer viele gläubige Muslime, ihre Angehörigen im Ausland zu bestatten. Für die Trauernden ist es emotional oft belastend, das Grab eines Angehörigen nicht regelmäßig besuchen zu können.

detektor.fm-Moderator Johannes Schmidt fragt den Bestatter Eric Wrede, wie eine neue deutsche Bestattungskultur aussehen könnte. Er ist Mitbegründer des alternativen Bestattungsinstituts lebensnah in Berlin. Arif Taşdelen sitzt für die SPD im Bayerischen Landtag und erzählt, warum die Abschaffung der Sargpflicht in der bayerischen Regierungskoalition auf großen Widerstand gestoßen ist.

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