Data Driven Banking - Datenschatz oder Büchse der Pandora? - FinTech Podcast #313

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Mein Schatz – oder deiner? Wem nutzt der angebliche Datenschatz etwas, oder ist er doch eher etwas wie die Büchse der Pandora, die man fest verschlossen halten muss? In diesem Panel wagten sich Dr. Verena Thaler (Raisin), Sascha Dewald (DKB), Dr. Imke Jacob (McKinsey) und Tobias Jünemann (Senacor) an diesen Schatz, moderiert wurde das Panel von Jochen Siegert. Am Anfang steht die Definition: Was bedeutet Data Driven Banking eigentlich? Thaler erklärte das so: „Es bedeutet das proaktive Nutzen von Daten, um damit das Geschäft zu strukturieren.“ Jacob ergänzte noch, dass es um Relevanz geht, wie man wirklich relevant für den Kunden wird. So kann man neue Services fern von den gewohnten anbieten, betonte Dewald: „Damit kann man konkrete Maßnahmen für den Kunden schaffen.“ Dafür braucht es kontinuierliche Arbeit für die Partnerbanken, so Thaler, damit man erkennen kann, wie sich der Markt bewegt und wohin – und vor allem muss das auf langfristiger Ebene passieren. Jacob betonte vor allem, dass es oft nicht um neue Produkte geht, sondern um die Schärfung eines Produkts. Data Enrichment ist hier das Stichwort, denn durch neues Sector Knowledge kann man relevanter werden. Für Jünemann steht aber auch zentral, dass die neuen Ideen dann in passende Technologien umgewandelt werden: „Data Warehouse ist hier ein Begriff – oder vielmehr die Warehouses. Wir stehen gerade vor einem Datenhaufen, da müssen wir jetzt etwas bauen, damit das elegant genutzt und überhaupt genutzt und gemanagt werden kann." Neben den richtigen Tools und dem Deployment braucht es hier aber auch das richtige Mindset, betonte Dewald. Vor allem muss am Anfang klar sein, welche Daten man managen will, nur so findet man die richtige Technologie dazu. Noch eines ist entscheidend: Dass wirklich alle Mitarbeiter mit den Daten umgehen können. „Dafür braucht es eine eigene Kultur im Unternehmen“, so Thaler. „Data Analytics und Data Engineering sind hier wichtige Themen, aber eben auch die Demokratisierung der Daten, damit niemand von einer Abteilung abhängig ist.“ Trotzdem sind echte Datenexperten Mangelware, deshalb ist der War of Talents sehr aktiv. Alle konkurrieren um die gleichen Talente, egal ob Startup, Fintech oder Bank, jeder Bereich braucht sie – allerdings gelten Banken hier oft nicht als wirklich attraktive Arbeitgeber, die cooleren Fintechs dafür schon. Für Dewald ist es daher wichtig, junge Talente für die Arbeit bei ihnen zu begeistern: „Aber hier ist uns schon viel gelungen, und wir konnten bisher alle Talente dafür begeistern, bei uns zu bleiben.“ Im Mittelpunkt steht aber immer noch der Kunde: Was liebt er, was hasst er? Data Analytics sind hier maßgebend, aber der deutsche Markt ist hier noch nicht so weit wie international andere Märkte. „Analytics treibt Disruption“, so Jacob, „und Disruption treibt den Markt. Gerade hier brauchen wir wiederum Analytics, um nicht zurückzufallen.“ Dafür muss dann alles zusammenkommen, Marktforschung, Kundenbefragung und so weiter, um aus den Daten die richtigen Produkte zu entwickeln. Thaler betonte noch, dass Data Driven Banking bald nichts Außergewöhnliches mehr sein wird – in maximal fünf Jahren ist es überall eine Commodity. Der Datenschutz muss das Ganze keinesfalls blockieren, wichtig ist nur, dass die Künstliche Intelligenz richtig trainiert wird und aus den bestehenden Daten keine falschen Rückschlüsse zieht. In vielen Bereichen steht das theoretische Konstrukt zwar, betonte Jünemann, aber es muss noch mehr umgesetzt werden. „Wir brauchen hier einen Kulturwandel“, so Jacob. „Oft verstehen einige in der Bank nicht, was die Daten sollen, ihnen fehlt da das Vertrauen – und genau das muss sich ändern.“

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