#4 - Asiatische Mythologie: Japan und China - Inseln, Mistkäfer, ein Ei und die Unterwelt

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Von Stefanie Ostendorf entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.
Sarah und Steffi befassen sich in der vierten Folge ihres Mythologie Podcasts für Kulturbanaus*innen erneut mit ihnen selbst bisher unbekannten Mythen. Da es sich um vergleichsweise kurze Geschichten handelt, stellen sich die beiden heute gegenseitig jeweils einen asiatischen Mythos vor: Sarah spricht über einen japanischen Mythos, Steffi über chinesische Mythologie. Im Kern geht es wieder um die Entstehung der Welt. Zudem hast das Finale von Princess Charming großen Eindruck auf die zwei gemacht und es entsteht eine leichte Meinungsverschiedenheit in Bezug auf die erste Folge der neuen Staffel "Die Bachelorette". Wer Spoiler vermeiden will, sollte 30:21 bis 39:49 überspringen.

Izanagi und Izanami - Mythologie Japans
In der japanischen Mythologie ist die Weltentstehung eng an das Geschwister/Ehepaar Izanagi (Ehemann) und Izanami (Ehefrau) gebunden. Den beiden wird von den Gött*innen aufgetragen, Japan zu "machen". Das tun sie, indem sie nach ihrer Hochzeit Inseln statt Kinder bekommen - es gibt allerdings einige Komplikationen und am Ende gipfelt eine ohnehin nicht unbedingt Frauen-verherrlichende Geschichte in der Geburt eines Feuerdämonen, bei der die Mutter (Izanami) stirbt. Izanagi folgt ihr in die Unterwelt, begeht aber dort einen schweren Fehler - und statt mit der Rückführung seiner Frau in die Welt der Lebenden endet diese Mission des japanischen Gottes mit einer Scheidung und der endgültigen Trennung zwischen Unterwelt - deren Herrscherin nun Izanami wird - und der Oberwelt. Als sich dann Izanagi einmal ordentlich wäschst entstehen dabei auch die Herrscher*innen des Himmels, der Nacht und des Meeres.
Die Geschichte von Pangu - Mythologie Chinas
Ein chinesischer Mythos zum Thema Weltentstehung erzählt eine ganz andere und wesentlich weniger blutige Geschichte: Am Anfang ist - wie immer - das Chaos. Innerhalb dieses Chaos entsteht ein Ei. Und in diesem Ei entwickelt sich über nicht weniger als 18.000 Jahre das erste lebende Wesen der Welt: ein gehörnter, sehr haariger Riese namens Pangu. Als dieser Riese letztendlich aus seinem Ei schlüpft, bildet das mit ihm herausströmende Eiweiß den Himmel (Yang) und das Eigelb die Erde (Yin). Pangu befindet sich zwischen den beiden und hält sie auseinander. Von nun an vergehen bis zur vollständigen Erschaffung der Welt wie wir sie heute kennen laut chinesischem Mythos noch einmal 18.000 Jahren. In dieser Zeit wächst Pangu täglich und schiebt dabei Yin und Yang immer weiter auseinander, bis er eine Größe von 45.000 Kilometern erreicht hat - den korrekten Abstand zwischen Yin und Yang. Dann legt er sich zum Sterben nieder und aus ihm werden die Bestandteile der Welt: Sein Kopf, sein Bauch, seine Füße und seine beiden Arme werden zu den heiligen Bergen Chinas, sein Atem wird zu Wind und Wolken, seine Körperbehaarung wird zu Pflanzen und Bäumen. Laut einigen Auffassungen werden die kleinen Flöhe, die auf seinem Körpfer gelebt haben, sobald sie zum ersten Mal vom Wind berührt werden, zu den Menschen.
Weiterhin gibt es neben diesen beiden asiatischen Ursprungsmythen in dieser Folge noch einen Fun Fact zu Yin und Yang, Reportagentipps zur chinesischen Geschichte und zu den drei Hauptrichtungen der chinesischen Philosophie sowie eine kleine Side-Story über Mistkäfer.
Viel Spaß und bis nächste Woche!
Genannte Fernseh- und Audiobeiträge:

Kapitel

1. Fakt der Woche (00:30:21)

2. Abspann (00:39:41)

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