LEP#099 - Interview Dominik Singer

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Dominik, 37 Jahre, aus dem Harz ist in österreichischen Läuferkreisen wohl nicht der bekannteste Läufer. Dafür ist er ein Local Hero aus dem Harz und auch in der Trailszene kennen ihn sicher einige Läufer. Hat er doch bereits ein-zwei längere Läufe auf dem Kerbholz. Und ganz nebenbei soll es bald den ersten Eintrag im Guinessbook of Records geben.

Diese Abenteuer gehören aufgeschrieben, sonst glaubt es ja keiner

5 – 10 – 24

Vom Fußball kommend war er eher die Kurzstrecke die Heimat und ab und zu gab es dann einen 5 oder 10 Kilometerlauf. Was liegt da näher, als sich bei einem 24h-Lauf anzumelden.
Obwohl die Vorbereitung und Ausrüstung eher exotisch war, konnte er mit seinem Team direkt den zweiten Platz holen.
Die Laufliebe war geweckt.

Highest hopes

Trotz dieses ungewöhnlichen und auch flachen Einstiegs in die Langdistanzen, galt Dominiks Liebe immer den Bergen und der Natur. So ist es nicht verwunderlich, dass der Zugspitz-Supertrail im Jahr 2012 der erste Lauf in seiner DUV-Statistik ist. In dieser Manier ging es auch direkt weiter mit der Brockenchallenge und dem Zugspitz-Ultratrail. Lange Kanten waren und sind Dominiks Leidenschaft. Wenn es dann noch ordentlich bergauf/bergab geht – optimal.

Ab in die Wüste

Etappenrennen, wie der Transalpine-Run haben einen fixen Punkt in der Laufhistorie von Dominik. So verwundert es auch nicht, dass er bereits zweimal den Marathon des Sables (1x Marokko, 1x Peru) bewältigt hat. Diese Läufe zeichnen sich neben der Länge jenseits der 250 km und der mehrtägigen Extrembelastung durch die äußeren Umstände auch durch die Regeln aus. So muss jeder Teilnehmer alles selbst tragen. Das bedeutet, dass die Packlast im Vergleich zu anderen Wettkämpfen erheblich höher ist und man sich genau überlegen muss, was wirklich notwendig ist und was nicht (zB Wechselwäsche).

Bier rettet leben

Die erwähnten Wetterbedingungen machen auch erfinderisch, wenn am Abend bei orkanartiger Windstärke ein Feuer gemacht werden soll. Hier rettet Bier bzw. die dann leere Dose Leben. Mit dieser aufgeschnittenen Dose als Windschutz klappt es auch mit dem Feuer.

Doch all diese Abenteuer bedürfen einer normalen Wettkampf und Rennsaison. Das war ja 2020 eher nicht so der Fall. Also muss etwas neues her.

Dieses Monat? Laufen!

Als besondere Herausforderung im Jahr 2020 hat Dominik sich vorgenommen, ein Abenteuer für einen guten Zweck zu wagen, von dem er nicht wusste, ob er es durchhalten wird. Auch waren die Möglichkeiten der Beratschlagung und Information begrenzt, da er der erste war.

Die Strecke mit etwas mehr als 12 Kilometern Länge (6 km bergauf und natürlich wieder runter) und 500 Höhenmetern sollte innerhalb eines Monats so oft wie möglich bezwungen werden.
Der tägliche Plan umfasste also um 3:30 aufstehen, laufen gehen und dabei auf den Berg und wieder retour. Danach duschen, essen, arbeiten. Und weil es am Nachmittag so schön ist, nochmal zum Berg und noch eine Runde. Täglich waren es dann durchschnittlich 3 Runden d.h. ungefähr ein Marathon und um die 1500hm.

Kurz hochgerechnet ist das echt weit und dabei echt hoch!

Ganz ohne Musik im Ohr und nur minimalistischer Verpflegung ging es also jeden Tag auf die immer gleiche Strecke. Begleitet von Berichten in der lokalen Presse, hatte Dominik jedoch eine große Schar an Begleitern während dieses Monats und so manch Erlebnis bleibt ihm wohl lange in Erinnerung.
Das Wetter war, im Gegensatz zu den letzten Jahr, weniger golden sondern eher gießend. Mehr als 20 Regentage machen aus einem Trail halt ein Bachbett.

Mutti, es is muddy

Zwischenzeitlich sollte er eigentlich Urlaub haben, aber durch krankheitsbedingte Ausfälle hieß es durcharbeiten. So war es wirklich ein Fulltimejob, neben der Arbeit das Laufpensum unterzubringen. Es vewundert auch nicht, dass 4 Paar Schuhe und 24 Paar Socken in die ewigen Jagdgründe gingen bevor Dominik nach 1155,7 km und 40950 Höhenmetern zum letzten Mal die Ziellinie durchlief.

Für diese Leistung gebührt ihm auf alle Fälle der goldene Duracell-Award und wenn alles gut geht auch ein Eintrag im Guinessbuch der Rekord.

Wir ziehen alle vorhandenen Hüte und blicken schon freudig in die Zukunft, denn es wird nicht sein letztes Wahnsinnsabenteuer gewesen sein.

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