Das neue Kunsthaus Zürich

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Der Erweiterungsbau des Zürcher Kunsthaus wird eröffnet. Im Zentrum: Die Sammlung Bührle – mit dabei sind auch Gemälde von Monet oder Cezanne. Emil G. Bührle war ein Schweizer Waffenproduzent, der an die Nazis lieferte. Wie transparent geht das Kunsthaus mit der Geschichte um? Die Bührle-Sammlung ist zweifelsfrei die bedeutendste und gleichzeitig auch die umstrittenste Sammlung impressionistischer Kunst in der Schweiz. Denn der ehemalige Waffenfabrikant und Mäzen Emil Georg Bührle konnte die Van Goghs, Monets und Cezannes nur mithilfe seiner immensen Waffengeschäfte mit Nazi-Deutschland beschaffen. Und: Einige der Kunstwerke aus der Sammlung gehörten ursprünglich jüdischen Sammlerinnen und Sammler und landeten über Umwegen als Raubkunst oder Fluchtgut bei Bührle. Nun werden rund 170 dieser Werke im neuen Erweiterungsbau des Kunsthauses Zürich gezeigt – ein grosser Coup, der Zürich nach Paris zur bedeutendsten Adresse impressionistischer Kunst machen soll. Wie geht man mit so einer belasteten Sammlung um? Das Kunsthaus verspricht eine saubere historische Aufarbeitung, unter anderem mit einem separaten Dokumentationsraum. Doch reicht das? «Kulturplatz» spricht mit den wichtigsten Akteuren – Corinne Mauch, Jakob Tanner, Erich Keller, Christoph Becker – der aktuellen Kontroverse rund um die Bührle-Sammlung. Die zweite grosse Ausstellung, die in den Erweiterungsbau des Kunsthauses einziehen wird, ist die Sammlung von Werner Merzbacher. Merzbacher stellt in vielerlei Hinsicht den Gegenpol zu Emil G. Bührle dar. Der ehemalige Pelzhändler flüchtete mit seinen Eltern vor den Nazis. Als Financier und ehemaliger Pelzhändler baute er in den letzten 50 Jahren eine Kunstsammlung auf, die er nun ebenfalls in Dauerleihgabe dem Kunsthaus überlasst. Ein Porträt über ein schicksalhaftes Leben.

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