Gemeinsam nicht dazu gehören

 
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Douglas Crimps Analyse von Andy Warhols berühmtestem Film The Chelsea Girls geht aus von Warhols eigener Anmerkung zu dem Film in dem Buch Popism: „Für manche Außenstehende mag es ausgesehen haben wie eine Horrorshow – ‚Wohnboxen in der Hölle‘ –, aber für uns hatte es etwas Tröstliches.” Was mag wohl für Warhol tröstlich gewesen sein an einem Film, auf den die zeitgenössische Kritik tief verstört reagierte, den sie mit William Burroughs und Hieronymus Bosch verglich und als „Peep-Show-Veranstaltung” und einem „Gebräu von Vulgarität und talentloser Verwirrtheit” brandmarkte? Indem er die Form des Films ebenso aufmerksam und sorgfältig untersucht wie das dargestellte Milieu, entdeckt Crimp einen tieferen Sinn in der Formulierung, die Yvonne Rainer in ihrer Kritik von Warhols Film im Jahr 1966 verwendete: The Chelsea Girls sei „another story”, eine ganz andere Geschichte. Genau darin, so Crimp, könnte in der Tat „etwas Tröstliches” liegen.

Douglas Crimp is Fanny Knapp Allen Professor of Art History at the University of Rochester and the author of On the Museum’s Ruins (1993) and Melancholia and Moralism: Essays on AIDS and Queer Politics (2002). Crimp was the curator of the “Pictures” exhibition at Artists Space, New York, in 1977 and an editor of October magazine from 1977 to 1990. With Lynne Cooke, he organized the exhibition “Mixed Use, Manhattan” for the Reina Sofía in Madrid in the summer of 2010. Our Kind of Movie, his book on Andy Warhol’s films, will be published by MIT Press in the spring of 2012.

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