Für den künftigen Zugriff: Das klangliche Erbe im medienarchivarischen Vergleich

 
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Von Lehrstuhl für Filmwissenschaft and Goethe-Universität Frankfurt am Main entdeckt von Player FM und unserer Community - Das Urheberrecht hat der Herausgeber, nicht Player FM, und die Audiodaten werden direkt von ihren Servern gestreamt. Tippe auf Abonnieren um Updates in Player FM zu verfolgen oder füge die URL in andere Podcast Apps ein.

Die neusten Entwicklungen im Bereich der digitalen Medienkultur haben zu einer verstärkten theoretischen Auseinandersetzung mit Fragen der Indexikalität, der Datenspeicherung und der Dynamik von Erinnerung und Gedächtnis geführt. Zugleich führt „Archiveffekt“ (Baron 2014), der mit der Proliferation digitaler Datenbanken und Repositorien zusammenhängt, zu neuen Erfahrungen mit der Zirkulation von Filmen und Videos und damit verbunden zu einer Krise der Diskurshoheit von Archiven und einem Wandel der Praktiken der Geschichtsschreibung. Dieser Beitrag antwortet auf diese Herausforderung, in dem er die aktuellen Überlegungen zu AV-Medienarchiven in den Horizont einer umfassenderen, vergleichenden Geschichte der Praxis von Medienarchiven einbettet. Namentlich fokussiert und theoretisiert der Beitrag die Überschneidungen von Text-, Bild- und Klang­archiven. Wie und warum bildeten Klangarchive ein ideales Modell für die Erhaltung von Sammlungsbeständen zum frühen Kino? Inwiefern erwiesen sich kontingente Sammlungsbestände als konstitutiv für die Theoriebildung im Feld der Medienästhetik und für die Herausbildung von Wissensordnungen? Welche Rolle spielte die Materialität von Medien bei der Zusammenstellung von Sammlungsbeständen und bei der Legitimierung von Archiven als historischer Dokumentarform sowie im Diskurs über das kulturelle Erbe? Ausgehend von neuen Forschungsergebnissen zu Klangarchiven und Rundfunk in Deutschland werde ich in dem Beitrag eine Reihe von Wegmarken für eine vergleichende Mediengeschichte der Archivpraxis benennen: Vom „archival turn“ um 1900 über die intermedialen Impulse der 1920er Jahre und die Archivpolitik der Nationalsozialisten zu den „zerbrochenen“ Archiven der Nachkriegszeit.

Carolyn Birdsall ist Assistant Professor und MA Program Director im Department of Media Studies an der Universität Amsterdam. Zu ihren Publikationen zählen insbesondere die Monographie Nazi Soundscapes: Sound, Technology and Urban Space in Germany, 1933–1945 (2012) sowie die beiden Anthologien Sonic Mediations: Body, Sound, Technology (2008) und Inside Knowledge: (Un)doing Ways of Knowing in the Humanities (2009).

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