Eine Archäologie der Figur und des Figuralen im Kino nach Kracauer

 
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Im Englischen ist das Adjektiv „figural“ ein Synonym von „figurativ“. In Frankreich ist der Begriff des „Figuralen“ zuerst von Jean-François Lyotard in das Vokabular der Ästhetik eingeführt und danach von Gilles Deleuze weiter gedacht worden, um einen Prozess des Aufbrechens und der Rekonfiguration der Konventionen der Darstellung zu benennen. ­Unter den Vorläufern einer solchen Konzeption des Figuralen war Siegfried Kracauer der vielleicht innovativste und genaueste Denker. In diesem Beitrag soll ausgehend von Kracauer und im Durchgang durch Texte von Rudolf Arnheim, Béla Balázs, Antonin Artaud, Roger Gilbert-Lecomte, Jean Epstein sowie bis hin zu den Schriften von Pier Paolo Pasolini, Paul Sharits und zeitgenössischen Filmemachern eine Archäologie des Figuralen im Kino geleistet werden. Ziel ist es dabei weniger einen Beitrag zur Begriffsgeschichte zu leisten, als vielmehr eine Geschichte von Bestimmungen des Kinos als einer revolutionären Kraft im Feld der Mimesis nachzuzeichnen.

Nicole Brenez ist Professorin für Filmwissenschaft an der Universität Paris 3/Sorbonne Nouvelle. Zu ihren Publikationen zählen: De la figure en général et du Corps en particulier. L’invention figurative au cinéma (1998), Jeune, dure et pure. Une histoire du cinéma d’avant-garde et expérimental en France (2001) und Le cinéma critique (2009). Seit 1996 zeichnet sie sich verantwortlich als Kuratorin für die Avantgarde-Filmprogramme der Cinémathèque française. Im Jahr 2000 erhielt sie den angesehenen Film Preservation Award der Anthology Film Archives in New York. Brenez ist überdies als Kuratorin von vielen Filmprogrammen international in Erscheinung getreten.

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