Der neue Leib. Das materielle Nachleben der Bilder

 
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Ist das Internet tot? Das ist keine metaphorische Frage. Sie unterstellt nicht, dass das Internet dysfunktional, nutzlos oder aus der Mode gekommen sei. Stattdessen geht es buchstäblich um die Frage, ob das Internet tot ist, gestorben ist, und ob jemand es umgebracht hat. Können wir jemanden vor Gericht ziehen für diese Tötung, und welches Gericht ist dafür zuständig? Anderseits: Wie könnte jemand überhaupt je einen solchen Verdacht schöpfen? Das Internet ist heute mächtiger als je zuvor. Es hat die Einbildungskraft, die Aufmerksamkeit und die Produktivität einer ungekannten Masse von Menschen auf sich gezogen. Nie zuvor waren mehr Menschen abhängig, vestrickt in, überwacht durch, und ausgebeutet vom Internet. Es erscheint überwältigend, verwirrend und alternativlos. Woher also überhaupt der Verdacht, dass das Internet tot sein könnte?

Workshop mit Hito Steyerl am Tag des Vortrags von 14–­16 Uhr, IG-Hochhaus, Raum 7.312 (Filmsaal). Anmeldung und Auskünfte unter info@kracauer-lectures.de.

Hito Steyerl ist Filmemacherin, Autorin und Medientheoretikerin in Berlin. Sie lehrt künstlerische Medienpraxis an der Universität der Künste in Berlin. Zu ihren letzten Arbeiten zählen: The Kiss 2012, Adorno’s Grey 2012, The Body of the Image 2012 (performance), Abstract 2012, Guards 2012; sowie die Vorträge Probable Title: Zero Probability (2012) with Rabih Mroué and I dreamed a dream (2012). Ihre jüngste Publikation ist: The Wretched of the Screen, eine Essaysammlung (2012).

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