Knie-TEP: Welche Indikationen und zu welchem Zeitpunkt?- mit PD Dr. Mustafa Citak * Chirurgie

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Vom konservativen Therapieansatz bis zur geeigneten Prothese

In unserem ersten Interview mit einem chirurgischen Kollegen im Klinisch Relevant Podcast für Ärzte sprechen wir mit Mustafa Citak, Facharzt für Orthopädie, über Knie-Endoprothesen. Dabei geht es im Kern um diese drei Fragen:

1. Welche Indikationen gibt es zur Implantation einer Knie-TEP?

2. Welche verschiedenen Knie-TEP-Varianten gibt es und wann wende ich welche an?

3. Was ist der richtige Zeitpunkt zur Implantation einer Knie-TEP?

Mustafa arbeitet als Oberarzt in einer großen Klinik für Endoprothetik in Hamburg und teilt mit Dir seine Erfahrungen.

Hier seine Antworten auf die oben genannten Fragen in aller Kürze für Dich zusammengefasst:

  • Indikationen für Knie-TEP: traumatische und nicht-traumatische Arthrose des Kniegelenkes

  • Welche Knie-TEPs gibt es: Schlittenprothesen, Rotationsendoprothese, Scharniergelenks-Endoprothese

  • häufigster operativer Eingriff ist der bikondyläre Oberflächenersatz

  • welchen konservativen Behandlungsmöglichkeiten einer Knie-Arthrose gibt es? : Physiotherapeutische Übungsbehandlung,Akupunktur, Stoßwellen-Behandlung, konservative Schmerztherapie, Hyaluron-Säure-Infiltration

  • die Knie-TEP sollte nicht zu früh implantatiert werden, sondern erst bei den klinischen und radiologischen Zeichen einer fortgeschrittenen Arthrose

  • neben den radiologischen Kriterien der schweren Arthrose sollten die Patienten schon in Ruhe oder bei leichter Belastung Schmerzen haben und daher immobilisiert sein. Auch die regelmäßige Einnahme von Schmerzmedikamenten kann ein Hinweis dafür sein

  • es sollte ein hoher, objektivierbarer Leidensdruck bei dem Patienten vorliegen

  • die Lebensqualität des Patienten sollte relevant durch die Knie-Arthrose eingeschränkt sein

  • die regelmäßige Durchführung der Eingriffe ist entscheidend für die Komplikation-Rate

  • Häufige Gründe für Revisions-OPs: Instabilität, Prothesen-Infekte, Lockerungen der TEP

  • postoperatives Management: Physiotherapie, postoperative Beschwerden können bei ca. 8% der Patienten bis zu ein Jahr andauern, langsamer Belastungsaufbau, möglichst keine Sportarten wie Joggen, Fußball etc. am Anfang nicht sinnvoll, adäquate Schmerztherapie

  • Gabe von Tranexamsäure zur Verminderung des postoperativen Hämatoms

Starke Schmerzen, hoher Leidensdruck und eingeschränkte Lebensqualität bei einem zu den Beschwerden passenden Röntgen-Bild stellen also die Kriterien für die Implantation einer Knie-TEP dar.

Viel Spaß beim Hören und Lernen!

Disclaimer:

Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de

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