Gastrointestinale Blutungen: Was machst Du in Deinem Dienst? - mit Dr. Steffi Sielert * Gastroenterologie

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Konkrete Handlungsvorschläge für variköse und nicht-variköse obere GI-Blutungen

In diesem Beitrag von Steffi Sielert, Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie erfährst Du alle wichtigen Informationen zum Management einer varikösen oder nicht-varikösen oberen gastrointestinalen Blutung.

Was machst Du also konkret im Falle einer Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt?

  1. Überprüfung der Vitalparameter: ist der Patient Blutdruckstabil?

  2. Wie ist das Ausmaß der Blutung: Labor, Teerstuhl?, Teerstuhl mit Frischblut?, Teerstuhl mit Blutkoagel-Auflagerung?

  3. Anamnese: Ulcus-Leiden in der Vorgeschichte?, Bekannte Leberzirrhose?, Tumor-Leiden?, Polypektomie in der Vorgeschichte?, Patientenverfügung?

  4. Blutdruckstabilisierung mittels kristalloider Infusionslösungen

  5. Gabe von Erythrozyten-Konzentraten ab einem Hb von 7g/dl oder kleiner

Weiteres Procedere bei varikösen GI-Blutungen:

  • stationäre Aufnahme!
  • Gabe von Terlipressin 2mg i.v. bei fehlenden Kontraindikationen
  • Antibiotika-Gabe vor der Endoskopie (Cephalqsporine der 3. Generation, Fluorchinolone, Aminopenicilline)
  • Erythromycin 250mg i.v. zur Beschleunigung der Magenentleerung
  • Schnellstmögliche ÖGD: Gummibandligatur, Unterspritzung mit Histoacryl, Sklerosierung, Anlage eines Metall-Stents, Sengstaken-Sonde, Endosonografisch gesteuerte gezielte Unterspritzung des blutenden Gefäßes oder Coil-Anlage
  • nach der Endoskopie Laktulose, um eine hepatische Enzephalopathie zu verhindern
  • PPI sollten nicht standardmäßig gegeben werden
  • Gabe von Tranexamsäure i.v. als weitere therapeutische Option
  • Ggf. im Anschluss Anlage eines Transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS)
  • Sekundärprophylaxe, um durch eine Senkung des portalvenösen Drucks das Risiko einer Rezidivblutung zu senken: Propanolol oder Carvedilol

Weiteres Procedere bei nicht-varikösen Blutungen:

  • schnellstmögliche ÖGD bei Kreislauf-instabilen Patienten
  • Gabe von 80mg Pantoprazol i.v.
  • restriktive Transfusionsstrategie wie oben erwähnt
  • Endoskopische Versorung der Blutungstypen 1, 2a und 2b nach Forrest mittels Thermoablationsverfahren, Clip-Systemen, Unterspritzung
  • Forrest 2c und 3-Blutungen werden nicht-endoskopisch interventionell angegangen
  • Ggf. bereits Entnahme einer Gewebeprobe bei V.a. Tumorgeschehen, um den Patienten eine erneute Endoskopie zu ersparen
  • Routinemäßige Durchführung einer Second-Look-Endoskopie wird nicht mehr empfohlen
  • Nach Stellung der Blutung sollten Patienten mit hohem thrombembolischen Risiko ihre Thrombozytenaggregations-Hemmung wieder einnehmen! Wiederaufnahme einer oralen Antikoagulation spätestens 7 Tage nach Blutungsstillung

Einen Link zu den Forrest Blutungstypen findest Du hier.

Zum Schluss gibt es noch ein paar Tips zu unteren GI-Blutungen von Steffi für Euch.

Viel Spaß bei Hören und Lernen!

Disclaimer:

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