Das weite Feld der Logopädie: Was wird wie therapiert? - mit Britta Münzer * Logopädie

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Logopädie

Herzlich Willkommen zu einer neuen Podcastfolge von Klinisch Relevant zum Thema Logopädie. Wir sprechen heute mit Frau Britta Münzer, die als Diplom- Sprachheiltherapeutin sehr viel Expertise auf diesem Gebiet mitbringt, über die verschiedenen Möglichkeiten der Ausbildung zum Sprachtherapeuten. Außerdem bekommen wir interessante Informationen zur Niederlassung bzw. Praxisgründung, zu verschiedenen Störungsbildern in der Logopädie und zur therapeutischen Herangehensweise bei Kindern. Viel Spaß und viele neue Erkenntnisse wünscht euch das Team von Klinisch Relevant!

Welche Voraussetzungen müssen für die Niederlassung bzw. Praxisgründung erfüllt werden?

  • Fachliche Kompetenz: In Form einer staatlich anerkannten, schulischen Ausbildung oder eines Studiums, das zur Sprachtherapie befähigt.
  • Vorgaben: Es gibt gewisse Vorgaben z.B. bezüglich der Raumgröße und Ausstattung

Wie kann man sich zum Sprachtherapeuten ausbilden lassen?

  • Schulische Ausbildung (staatlich anerkannt): 3 Jahre, mit Abitur oder mittlerer Reife (bzw. gleichwertige Abschlüsse)
  • Duale Ausbildung (Bachelor): Kombination der schulischen und universitären Ausbildung
  • Universitäre Ausbildung: Der ehemalige Diplomstudiengang in Köln wurde nun zum Bachelorstudiengang. In weiteren Städten (München, Hamburg, Hannover usw.) sind äquivalente Studiengänge vorhanden, die einen zur Sprachtherapie befähigen.

**Wie unterscheiden sich Linguisten von den genannten Ausbildungen/Studiengängen? **

  • Der Schwerpunkt liegt bei klinischen Linguisten auf der Sprachwissenschaft
  • Sprachtherapeuten lernen häufig eine Kombination von Themen aus der Medizin, Psychologie, Pädagogik, Linguistik und Soziologie
  • Klinische Linguisten können ebenfalls als Sprachtherapeuten tätig sein

**Welche Ausbildung ist am häufigsten vertreten? Gibt es einen Trend hin zur Akademisierung der Ausbildung? **

  • Am häufigsten sind die Logopäden mit der schulischen Ausbildung vertreten.
  • Eine zunehmende Akademisierung ist definitiv zu beobachten. Mit der Akademisierung würde sich in Deutschland allmählich etwas durchsetzen, was in anderen europäischen Ländern bereits Standard ist.

Schwerpunkte, die in der Logopädie behandelt werden:

  • Sprachstörungen

  • Sprechstörungen

  • Schluckstörungen

  • Stimmstörungen

  • Lese- und Schreibstörungen

  • Im Alltag, insbesondere im niedergelassenen Bereich, sind für die Patientenversorgung die Therapeuten hinsichtlich der Therapiebereiche breit aufgestellt. Es gibt allerdings die zunehmende Tendenz hin zur Spezialisierung in bestimmten Bereichen der Logopädie. Insbesondere in Fortbildungen wird zunehmend ein bestimmter Schwerpunkt behandelt.

**Welche Störungsbilder sind typisch? **

Kinder:

  • Machen einen großen Anteil der Patienten aus, da die Sprachentwicklung in jungen Jahren stattfindet.
  • Vorschulalter
  • Verzögerungen oder Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung o Laute werden nicht erlernt und durch andere ersetzt z.B. „T“ statt „K“ o Es können mehrere Laute betroffen sein, die dann zu Defiziten in der Grammatik führen können o Häufige Kombination mit einem kleinen Wortschatz o Es ist nicht nur die Sprachproduktion betroffen, sondern auch das Verständnis der gehörten Sprache

Erwachsene:

  • Meist neurologische Symptomatik nach Schlaganfällen o Beeinträchtigte Motorik o Zentrale Sprachstörungen: z.B. Verständnisstörungen und Wortfindungsstörungen,
  • Degenerative Erkrankungen: o Parkinson o ALS o Chorea Huntington
  • Die Zahl der Patienten, die wegen einer Demenz logopädisch behandelt werden, hat in den letzten Jahren zugenommen
  • Heiserkeit

Gibt es Geräte, die im Rahmen der Therapie genutzt werden?

  • Training der Zunge mit Widerständen (z.B. nach Schlaganfall)
  • Reize die gesetzt werden, um beispielsweise die Lage der Zunge besser wahrzunehmen

Inwieweit wird FEES (Flexible Endoskopische Evaluation des Schluckens) in der Logopädie genutzt?

  • Ist noch kein Standard in der Diagnostik der Schluckstörung
  • Insbesondere in den Einrichtungen (z.B. Seniorenheimen) wird es nicht umgesetzt
  • Häufig eine teilstationäre Aufnahme notwendig
  • Patienten müssen einigermaßen mobil sein oder stationär aufgenommen werden
  • Wird von den Ärzten zurückhaltend verschrieben

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