«Verstrahlte» Gesellschaft: ein japanisches Trauma

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Hiroshima, Nagasaki, Fukushima – die beiden Atombombenabwürfe am Ende des Zweiten Weltkriegs und die dreifache Kernschmelze in einem Atomkraftwerk vor bald zehn Jahren haben Langzeitfolgen; sie tragen das Trauma der radioaktiven Verstrahlung bis in Japans Gegenwart. Ein Krangreifer zerreisst Säcke voller radioaktiv kontaminierter Erde. Fast zehn Jahre nach dem verheerenden Reaktorunglück von Fukushima warten noch 14 Millionen solcher Säcke auf Abtransport und Entsorgung. In der Gegend um den Reaktor ist die radioaktive Verstrahlung buchstäblich greifbar, und der richtige Umgang mit den Altlasten bleibt ein Politikum. Die Regierung schraubt an den Grenzwerten, die über Bewohnbarkeit von verstrahltem Gebiet und Entschädigung entscheiden und kümmert sich wenig um die Opfer. Trotz Reaktorkatastrophe will sie an der Nutzung der Nuklearenergie festhalten. In Hiroshima und Nagasaki liegt die Katastrophe 75 Jahre zurück. Doch jeden Sommer ruft die Friedensglocke die Erinnerung an den Abwurf der Atombomben am Ende des Zweiten Weltkriegs wach. Bis heute sterben Bombenopfer an Krebs. Auch die Diskussion über das Ausmass der damaligen Verstrahlung hält an. Und mit ihr die unterschwellige Angst vieler Japanerinnen und Japaner vor den gesundheitlichen Folgen der Radioaktivität. Die nuklearen Katastrophen von Hiroshima, Nagasaki und Fukushima, so verschieden sie waren, haben Langzeitfolgen und machen die radioaktive Verstrahlung zur bleibenden Herausforderung für die japanische Gesellschaft.

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