Türkei: Ein Weltkulturerbe als politischer Spielball

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Kaum ein Gebäude widerspiegelt die Geschichte der Türkei, des Christentums und des Islams so eindrücklich wie die Hagia Sophia in Istanbul. Knapp 1000 Jahre lang war sie eine Kirche, fast 500 Jahre eine Moschee, ab 1935 ein Museum – bis Präsident Erdogan sie zum Symbol seiner Politik machte. Wer in den letzten Jahren eine Städtereise nach Istanbul unternommen hat, hat sich einen Besuch in der Hagia Sophia wohl kaum entgehen lassen. Jahrelang zählte sie zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Touristinnen und Touristen bewunderten die prächtigen Mosaike, tauchten in die Geschichte des Byzantinischen und des Osmanischen Reiches ein. Doch seit Juli 2020 ist die Hagia Sophia wieder eine Moschee. Mosaike mit christlichen Darstellungen werden verdeckt, Männer und Frauen im Gebetsraum getrennt. Recep Tayyip Erdogan, der Präsident der Türkei, hat diese Re-Islamisierung höchstpersönlich durchgesetzt. Auch wenn die Türkei in einer tiefen Wirtschaftskrise steckt, ist Erdogan bereit, auf die lukrativen Einnahmen zu verzichten: Rund 80‘000 Euro pro Tag hat die Hagia Sophia früher dem Staat eingebracht, jetzt ist der Eintritt kostenlos. Was also hat Erdogan zu diesem Schritt bewegt? Was lehrt uns die Hagia Sophia über die Geschichte der Türkei? Und was über die Gegenwart?

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