Srebrenica – der Völkermord und die Leugner

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Am 11. Juli sind es 25 Jahre, seit serbische Truppen Srebrenica im Osten Bosniens erobert haben. Mehr als 8'000 Männer wurden in den folgenden Tagen ermordet. Es ist das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Aber viele Serben wollen den Völkermord nicht wahrhaben. Zu Tausenden flüchtete die muslimische Bevölkerung aus Srebrenica, als General Ratko Mladic zum Sturm auf die UNO-Schutzzone ansetzte. Sie suchten Zuflucht bei den Blauhelmen, die den Auftrag gehabt hätten, sie zu schützen. Doch die UNO-Soldaten versagten. Sie liessen Mladic und seine Truppen mit den Zivilisten machen, was sie wollten. Zuerst trennten die serbischen Truppen Frauen und Kinder von den Männern, schickten sie in Bussen weg. Dann töteten sie systematisch mindestens 8372 Männer und Jünglinge innerhalb weniger Tage. Auf die Leute, die durch die Wälder fliehen wollten, veranstalteten sie eine tagelange Jagd. Noch heute werden immer wieder Überreste der Opfer gefunden und identifiziert. Munira Subasic ist eine der Frauen, die damals Männer und Söhne verloren haben. Mit ihrer Organisation «Mütter von Srebrenica» kämpft sie dafür, dass der Völkermord nicht vergessen geht. Sie erklärt, warum es so wichtig ist, dass jedes Opfer ein Grab bekommt. Mladen Grujicic ist Serbe und heutiger Bürgermeister von Srebrenica. Er erklärt, warum das Geschehen im Juli vor 25 Jahren kein Völkermord gewesen sein soll. Camil Durakovic ist muslimischer Bosniake und war Bürgermeister in den Jahren vor Grujicic. Er hat den Völkermord als Kind überlebt und ist zehn Jahre später nach Srebrenica zurückgekehrt. Er erklärt, warum das Zusammenleben von Serben und muslimischen Bosniaken in der Stadt noch lange nicht wieder normal ist. Natasa Kandic ist eine bekannte Menschenrechtlerin in Serbien. Sie weiss, wieso es unter Serben heute üblich ist, den Völkermord von Srebrenica zu leugnen und sie erklärt, wieso es auch hätte anders kommen können, wenn die serbischen Politiker nicht versagt hätten.

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