China: Zwischen Nationalismus und Opfermentalität

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Das heutige China ist selbstbewusst, die Volksrepublik eine Weltmacht. Möglich gemacht haben es die rasante wirtschaftliche und soziale Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Trotzdem sieht die chinesische Regierung ihr Land noch immer in der Opferrolle und schürt damit auch den Nationalismus. Wer bei Lin Yan eine «rote» Tour bucht, bucht eine Reise voller Patriotismus. Zu den Stätten der Geschichte, der 100-jährigen Geschichte der kommunistischen Partei Chinas. «Eine gute patriotische Erziehung ist wichtig», sagt Lin. Xu Wen hat in der Schule viel über ausländische Aggressoren gelernt, die im 19. Jahrhundert China demütigten. Das hat sie damals wütend gemacht. Li Wei studiert in Grossbritannien, hat Heimweh nach China, weil der Westen die Pandemie nicht im Griff habe. «Unser System ist halt anders», sagt sie. Patriotismus, Nationalstolz - Chinas kommunistische Führung weiss die Gefühle der Chinesinnen und Chinesen zu nutzen, die Bevölkerung hinter sich zu scharen. Mit Nationalismus, im Dienst des Machterhalts, sagen die einen. Mit berechtigtem Selbstbewusstsein, im Dienst des nationalen Interesses, finden andere. Tatsache ist: Das China von heute ist selbstbewusst; seine Führung scheut keine Konfrontation, auch nicht mit den USA. Die Volksrepublik China ist unbestritten eine Weltmacht.

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