Kandidiert, demontiert – Scherbengerichte im Wahlkampf

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"Rufmord", "Dreckskampagne", "Propagandakrieg". Mit diesen drastischen Worten beschreiben Grüne, was ihrer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in den vergangenen Wochen passiert ist. Es ging um nicht gemeldete Nebeneinkünfte, einen etwas aufgehübschten Lebenslauf und jetzt angeblich abgeschriebene Passagen in einem Buch zum Wahlkampf. Möglicherweise also Kleinigkeiten, die sich aber öffentlich zum Bild einer Frau gruppieren lassen, die es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt und mehr sein will, als sie ist. Für eine Kanzlerkandidatin ein sehr ungünstiges Bild. Aber sind die, die daran mitzeichnen, tatsächlich frauenfeindliche Rufmörder von Rechtsaußen, wie Baerbocks Sympathisanten verlauten lassen? Wer ins Kanzleramt will, muss schon mit scharfem Gegenwind und im schlimmsten Fall einem Scherbengericht rechnen. Bei Martin Schulz endete das vor vier Jahren mit einem tiefen Absturz des Hoffnungsträgers. Am Ende standen nicht die Medien, sondern seine eigene Partei und sein Wahlkampfteam als Verantwortliche da. Haben die Grünen nicht gewusst, dass Kanzlerin nur werden kann, wer auch heftige Demontageversuche übersteht?

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