Ein Faulsein ist überhaupt nicht kein Arbeiten – Herr Merz und sein Irrtum

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Ein Damoklesschwert schwebt über dem Arbeitsmarkt, glaubt man Friedrich Merz: die Faulheit. Der Kandidat für den CDU-Vorsitz konstatiert, dass sich im Moment viele Menschen daran gewöhnten, ein "Leben ohne Arbeit" zu führen. Die Entscheidung, die Regelungen für das Kurzarbeitergeld zu verlängern, sende die falschen Signale. "ein faulsein ist überhaupt nicht kein arbeiten", hält Ernst Jandl in seinem Gedicht "Menschenfleiß" dagegen. Ob die, die in dieser Krise ihren Job verloren haben oder die, die mit Kurzarbeitergeld eine Familie ernähren müssen, faul sind, darf bezweifelt werden. Wie viel wiederum Friedrich Merz selbst im Moment noch arbeiten muss, nachdem er seinen Aufsichtsratsposten beim größten Vermögensverwalter der Welt, Black Rock, niedergelegt hat, und solange es keine Parteiversammlungen gibt, über die er tingeln kann, sei dahingestellt. Nach Ernst Jandl kann Merz jedenfalls nicht vom Faulsein befallen sein, solange er Interviews gibt, denn: "ein faulsein, solang mund geht auf und zu, solang luft geht aus und ein, ist überhaupt nicht." Gilt das eigentlich auch, wenn nur heiße Luft aus- und eingeht, Herr Jandl?

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