Das Erbe von Nürnberg – Prinzipien für die Rechtsprechung

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Vor 75 Jahren hat der erste Prozess gegen Kriegsverbrecher in Nürnberg begonnen. Es war das erste Mal, dass Menschen für die Verbrechen, die sie während eines Krieges begangen hatten, vor ein Gericht gestellt wurden. Bei den Nürnberger Prozessen ging es nicht um die Schuld eines ganzen Volkes. Sondern die Täter sollten zur Rechenschaft gezogen werden als Beispiel dafür, wie ein demokratischer Rechtsstaat funktioniert. Außerdem wollten die Alliierten das ganze Ausmaß der Nazidiktatur ans Licht bringen. Die drei größten Verbrecher Hitler, Himmler und Goebbels hatten sich durch Selbstmord einer Strafverfolgung entzogen. Der US-Chefankläger Robert H. Jackson hat die Tragweite der Prozesse schon in seiner Eröffnungsrede formuliert: "Die wahre Klägerin vor den Schranken dieses Gerichts ist die Zivilisation!“ Tatsächlich waren die Nürnberger Prozesse der Wegbereiter für die internationale Strafverfolgung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie wir sie heute haben, auch für eine Art Weltgewissen in Den Haag, dem aber bisher nur 120 Staaten beigetreten sind. Die USA, China und Russland sind unter anderem nicht dabei.

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