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Joshi (ZSK) über Punk, Antifaschismus und Zivilcourage
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Es ist eine seltsame Zeit: Während die politischen Extreme lauter werden, wächst bei vielen die Sehnsucht nach einfachen Antworten. Für Musiker wie Joshi von ZSK ist diese Entwicklung nicht theoretisch, sondern täglich spürbar. „Ich hätte wirklich nie gedacht, dass wir nochmal eine Situation bekommen, in der eine offen antisemitische, rechtsextreme Partei überall in den Parlamenten sitzt“, sagt er. Was früher undenkbar schien, ist zur neuen Normalität geworden – befeuert durch digitale Echokammern, gezielte Desinformation und eine Gesellschaft, die zwischen Überforderung und Abgestumpftheit schwankt. Wenn konservative Stimmen rechte Narrative übernehmen, verschiebt sich der Diskurs weiter; erreicht werden jene, die längst postfaktisch leben, damit jedoch kaum.
Für Joshi ist Punkrock mehr als Musik – es ist ein politisches Werkzeug, ein Ventil gegen Resignation und eine Form der Selbstbehauptung. „Ich habe keine Angst vor Nazis. Aber Nazis haben Angst vor uns“, sagt er und meint damit eine widerständige Zivilgesellschaft, die sich nicht einschüchtern lässt. Sein Blick auf die Kulturlandschaft ist klar: Künstlerinnen und Künstler sollten sich stärker zeigen, nicht als moralische Instanz, sondern als solidarische Kraft. Er träumt von großen Acts, die bewusst in Regionen auftreten, „wo es brennt“, um denen den Rücken zu stärken, die dort häufig allein stehen. Parallel dazu sieht er eine zweite Verantwortung – die der Eltern. Kindern könne man weit mehr zutrauen, wenn es um Demokratie, Menschenrechte und Rassismus geht; politische Bildung beginne im Alltag, nicht erst im Lehrplan.
Seine Kinderkonzerte zeigen, wie niedrigschwellig Haltung vermittelt werden kann: keine weichgespülte Kindermusik, sondern echte Punkkonzerte für junge Menschen. Dort erlebt man nicht nur, wie Musik verbindet, sondern auch, wie früh politische Grundhaltungen wachsen können. Und doch bleibt am Ende eine Sorge: Wie erreicht man Menschen, die keine Argumente mehr zulassen? „Wenn jemand bei allem sagt: ‚Glaube ich nicht‘, kommen wir nicht weiter“, sagt Joshi. Was er sich wünscht, ist schlicht – und zugleich radikal: eine Gesellschaft, die wieder zuhört.
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Es ist eine seltsame Zeit: Während die politischen Extreme lauter werden, wächst bei vielen die Sehnsucht nach einfachen Antworten. Für Musiker wie Joshi von ZSK ist diese Entwicklung nicht theoretisch, sondern täglich spürbar. „Ich hätte wirklich nie gedacht, dass wir nochmal eine Situation bekommen, in der eine offen antisemitische, rechtsextreme Partei überall in den Parlamenten sitzt“, sagt er. Was früher undenkbar schien, ist zur neuen Normalität geworden – befeuert durch digitale Echokammern, gezielte Desinformation und eine Gesellschaft, die zwischen Überforderung und Abgestumpftheit schwankt. Wenn konservative Stimmen rechte Narrative übernehmen, verschiebt sich der Diskurs weiter; erreicht werden jene, die längst postfaktisch leben, damit jedoch kaum.
Für Joshi ist Punkrock mehr als Musik – es ist ein politisches Werkzeug, ein Ventil gegen Resignation und eine Form der Selbstbehauptung. „Ich habe keine Angst vor Nazis. Aber Nazis haben Angst vor uns“, sagt er und meint damit eine widerständige Zivilgesellschaft, die sich nicht einschüchtern lässt. Sein Blick auf die Kulturlandschaft ist klar: Künstlerinnen und Künstler sollten sich stärker zeigen, nicht als moralische Instanz, sondern als solidarische Kraft. Er träumt von großen Acts, die bewusst in Regionen auftreten, „wo es brennt“, um denen den Rücken zu stärken, die dort häufig allein stehen. Parallel dazu sieht er eine zweite Verantwortung – die der Eltern. Kindern könne man weit mehr zutrauen, wenn es um Demokratie, Menschenrechte und Rassismus geht; politische Bildung beginne im Alltag, nicht erst im Lehrplan.
Seine Kinderkonzerte zeigen, wie niedrigschwellig Haltung vermittelt werden kann: keine weichgespülte Kindermusik, sondern echte Punkkonzerte für junge Menschen. Dort erlebt man nicht nur, wie Musik verbindet, sondern auch, wie früh politische Grundhaltungen wachsen können. Und doch bleibt am Ende eine Sorge: Wie erreicht man Menschen, die keine Argumente mehr zulassen? „Wenn jemand bei allem sagt: ‚Glaube ich nicht‘, kommen wir nicht weiter“, sagt Joshi. Was er sich wünscht, ist schlicht – und zugleich radikal: eine Gesellschaft, die wieder zuhört.
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